FAQ: Wann lohnen sich E-Autos für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU)?

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Lesedauer: 6 Minuten
Beitragsbild FAQ e-Auto

Elektroautos sind in aller Munde und können im Jahr 2019 einen Zulassungszuwachs von 80 Prozent verzeichnen. Trotzdem waren 2018 nur 1 Prozent der neuzugelassenen Fahrzeuge auf Deutschlands Straßen mit einem reinen Elektroantrieb versehen. Viele Fuhrparkmanager fragen sich deshalb: Lohnen sich E-Autos? Wir haben die 8 häufigsten Fragen für Sie beantwortet.

1. WIESO SOLLTE ICH IN MEINEM UNTERNEHMEN NUTZEN?

Die Gründe für die Einführung von Elektroautos im eigenen Unternehmen können vielfältig sein und bedürfen zunächst einer Analyse des eigenen Bedarfs an Fahrzeugen und Mobilität. Insofern Sie häufiger kürzere Strecken unternehmen, beispielsweise in einem Umkreis von 200 Kilometern um den Unternehmensstandort, sind Elektroautos mit den zur Verfügung stehenden Reichweiten besonders attraktiv. Denn von E-Autos im Fuhrpark profitieren alle: Fuhrparkmanager, die Arbeitgebermarke und die Arbeitnehmer.

Grafik Wann lohnen sich e-Autos

Die Vorteile von E-Autos sind vielfältig, stehen jedoch auch Nachteilen gegenüber wie Fragen der ReichweiteLademöglichkeiten und den teilweise höheren Anschaffungskosten. Die Frage „Wann lohnen sich E-Autos“ ist also immer von der individuellen Situation abhängig. 

2. WELCHE FÖRDERUNGEN ERHALTE ICH BEI DER ANSCHAFFUNG VON E-AUTOS?

Die Förderung von Elektro-Autos ist in Deutschland von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Vom Bund selbst gibt es bereits seit längerer Zeit einen Umweltbonus für bestimmte Fahrzeuge. Eine stets aktuelle Liste von Modellen, die gefördert werden (E-Autos und Plug-In-Hybride), finden Sie auf den Seiten des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Ein Blick darin lohnt sich, denn die aufgelisteten Modelle, die bestimmte Bedingungen erfüllen, werden mit bis zu 4.000 Euro (3.000 Euro für Plug-in-Hybride) gefördert. Zudem bieten Bund und Länder, auch Sachsen, Förderungen für den Aufbau eigener Ladeinfrastrukturen an. Übrigens: Seit 1. Juli 2019 erhalten Elektrofahrzeuge, die über ein akustisches Warnsystem (AVAS) verfügen, eine zusätzliche pauschale Förderung über 100 Euro.

Fördermöglichkeiten e-Autos

3. LOHNT SICH DER BAU EINER EIGENEN LADEINFRASTRUKTUR?

Für den Aufbau einer eigenen Ladeinfrastruktur auf dem Betriebsgelände spricht vieles. Zuvor geprüft werden sollte jedoch, ob das vorhandene Stromkabelnetz für die Belastungen geeignet sind. Lokale Stromanbieter wie die SachsenEnergie beraten Sie dazu gerne.

Die Vorteile für den Aufbau einer Ladeinfrastruktur, beispielsweise auf dem Firmenparkplatz, sind vielfältig. Mitarbeiter, die ein E-Auto zur Verfügung gestellt bekommen oder selbst eines besitzen, können so gebunden werden. Wenn die eigenen Ladepunkte öffentlich zur Verfügung gestellt werden, kann das neben Image-Vorteilen auch Zusatzeinkünfte einbringen.

Besonders gewinnbringend wird das dann, wenn die eigene Ladeinfrastruktur noch mit Energiegewinnung auf dem eigenen Gelände verknüpft wird.

Speziell im Freistaat bietet die Sächsische Aufbaubank (SAB) eine Förderung zur Errichtung dezentraler Stromspeicher für Photovoltaikanlagen an. Die Deckelung erfolgt hier bei 40.000 Euro. Wenn Stromspeicher mit dem Aufbau von Ladestationen verbunden werden, können beide Infrastrukturen gemeinsam gefördert werden, was zusätzlich bis zu 1.500 Euro Fördergeld pro Ladestation bedeuten kann.

4. Lohnen sich E-Autos für Arbeitnehmer?

59 Prozent der Arbeitnehmer, die über den Kauf eines Elektrofahrzeugs nachdenken, würden sich eher für einen Arbeitgeber entscheiden, der seinen Angestellten Ladesäulen kostenfrei zu Verfügung stellt. Das ermittelte eine Studie eines der größten Ladesäulenanbieters der Welt, Chargepoint, im Jahr 2017. 80 Prozent der Befragten stehen dem Kauf eines Elektrofahrzeugs offen gegenüber. Auch E-Bikes sind im Kommen: Bei einer Studie des Unternehmens Shimano gaben rund 21 Prozent der Pendler in Deutschland an, sich den Arbeitsweg auch auf einem Pedelec vorstellen zu können. Alternative Mobilitätsmodelle finden immer breitere Akzeptanz. Unternehmen können hier mit einem ökologischen und innovativen Image punkten. So können sich beispielsweise bereits heute 70 Prozent der Ingenieure laut einer Umfrage des VDI den Umstieg auf leichte E-Mobile wie E-Roller oder E-Bikes vorstellen.

Infografik

5. SIND E-AUTOS ODER KONVENTIONELLE AUTOS GÜNSTIGER IN DER HALTUNG?

Wichtig bei der Anschaffung eines Fahrzeugs ist eine gute Beratung, die nicht nur den Verkauf oder das Modell im Blick hat, sondern auch die Möglichkeiten, beispielsweise zum Laden, vor Ort. Eine Studie des ADAC untersuchte Autohäuser verschiedener Marken in den Städten Berlin, Hamburg, Köln und Stuttgart, ob die Verkäufer zu Elektrofahrzeugen kompetent beraten können. Neben der Kenntnis der eigenen Modelle wurde auch ermittelt, wie gut sie sich mit Fragen der Ladeinfrastruktur auskennen. Autohäuser der Marken Nissan, BMW und Audi schnitten dabei besonders gut ab.

Um eine Vergleichbarkeit herzustellen, lohnt es sich, Modelle zu vergleichen, die sowohl als „Stromer“ als auch „Verbrenner“ erhältlich sind. Ein Beispiel ist der Golf VII von Volkswagen. Unabhängig von der Leasingrate, die individuell verhandelt wird, ergibt sich hinsichtlich Versicherung, Steuern und Wartung ein positives Bild für den E-Golf.

Modellvergleich Infografik

* Versicherung: Haftpflicht SF3 – 51%, Vollkasko SF3 – 47%, Fahrleistung 15.000 km p.a., Verbrauch 6.7 L/100 km bzw. 15.4 KWh/100 km

6. Lohnen sich E-Autos SPEZIELL FÜR KLEINE UND Mittelständische UNTERNEHMEN (KMU)?

Die Gothaer Versicherungen hat in ihrer KMU-Studie 2019 ermittelt, dass nur ein Drittel der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen einen Umstieg auf Elektromobilität erwägen. Größere Unternehmen zwischen 200 und 500 Mitarbeitern haben mit höher Wahrscheinlichkeit bereits Fahrzeuge oder planen den Umstieg häufiger als kleinere Firmen.

Der Umstieg auf E-Autos kann sich jedoch für jede Unternehmensgröße und unterschiedliche Branchen lohnen. So können beispielsweise Firmen aus verschiedenen Branchen aufgrund des Fahrverhaltens ohne „Reichweiten-Verluste“ umsteigen und häufig Geld sparen, beispielsweise Lieferdienste oder Ambulante Pflegedienste. Auch immer mehr Stadt- oder Gemeindeverwaltungen öffnen sich für Elektromobilität, was die Akzeptanz weiter erhöht und den Ausbau öffentlicher Ladepunkte fördert.

7. WIE GUT IST DIE VERSORGUNG MIT ÖFFENTLICHEN LADEPUNKTEN?

Das Klimapaket der Bundesregierung sieht vor, bis 2025 eine Million öffentliche Ladestationen zu bauen. Verschiedene Experten stellen in einem Artikel im Handelsblatt fest, dass diese Zahl wohl zu hoch gegriffen und nicht notwendig ist. Derzeit existieren rund 20.700 öffentliche Ladepunkte in Deutschland, was einer Steigerung von 50 Prozent zwischen 2018 und 2019 entspricht. Mit der weiteren Verbreitung von E-Fahrzeugen würde auch der Bedarf an Ladesäulen steigen und das Betreiben dieser würde wirtschaftlicher werden. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) geht davon aus, dass bei 10 Millionen E-Autos 350.000 öffentliche Ladepunkte sinnvoll wären. Als wichtiger werden die Lademöglichkeiten zu Hause und auf Arbeit eingeschätzt, weil dort die Fahrzeuge mehr Zeit stehend verbringen. Wenn Sie über private Ladeinfrastruktur verfügen, lohnen sich E-Autos umso mehr.

Infografik Zahl der Ladestationen in Deutschland

Anzahl der öffentlichen Ladestationen in Deutschland auf Basis von handelsblatt.com

Insofern dies nicht möglich ist, oder die geplante Strecke zu lang ist, gibt es heute bereits praktische Planungstools wie der Routenplaner von goingelectric.de. Dass auch eine Dienstreise ins europäische Ausland funktioniert, haben wir in diesem Beitrag aus erster Hand bewiesen.

8. WELCHEN EINFLUSS HAT DAS GEPLANTE KLIMAPAKET DER BUNDESREGIERUNG AUF DIE ANSCHAFFUNG VON ELEKTROMOBILITÄT?

Das Klimapaket der Bundesregierung hat einen erheblichen Einfluss auf die individuelle Mobilität, wie auch der ADAC den ersten Entwurf bewertete. Rund 20 Prozent der bundesweiten CO2-Emissionen entfallen auf den Straßenpersonen- und -güterverkehr. Um die immense Reduktion von rund 42 Prozent der Emissionen bis 2030 nach jahrzehnterlange Stagnation zu erreichen, wurden verschiedene Maßnahmen eingebracht. Dazu gehört die Einführung von CO2-Zertifikaten, die die Preise von Benzin oder Diesel weiter erhöhen werden. Auch die Kfz-Steuer soll in Zukunft an die Emissionen eines Fahrzeugs gekoppelt werden, was Benziner und Diesel-Autos in den laufenden Kosten verteuern dürfte. Zugleich soll die EEG-Umlage für „grünen Strom“ gekürzt werden, was den Preis für Energie verringern könnte. Rechtliche Erleichterungen und Förderprogramme für Infrastruktur und den Kauf von E-Autos machen den Umstieg auf E-Mobilität in naher Zukunft noch attraktiver.

Konnten wir Ihre Fragen bereits beantworten? Falls nicht, kommentieren Sie gerne unter diesem Artikel oder schreiben Sie uns auf Facebook bzw. eine E-Mail an . Wir freuen uns über Ihr Feedback und kümmern uns um Ihr Anliegen. Mehr darüber, wie der Umstieg auf Elektromobilität in Ihrem Unternehmen gelingen kann, erfahren Sie übrigens in unserem kostenfreien Whitepaper.

Ein Beitrag von Stefan Oswald

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