Kostenvergleich: Lohnen sich E-Autos wirklich?

Emissionsfrei, sportlich zu fahren, gut fürs Image – diese Argumente sind am Ende häufig nicht ausschlaggebend, wenn es zu den harten Fakten kommt. umschalten.de hat sich angeschaut, ob Elektroautos finanziell mit Verbrennern mithalten können.

ADAC: Diese E-Autos sind günstiger als ein Benziner oder Diesel

Der ADAC (Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V.) hat kürzlich Modelle verschiedener Klassen verglichen und festgestellt: „Elektroautos sind oft überraschend günstig“. Den Auto-Profis war es dabei wichtig, möglichst vergleichbare und umfassende Aussagen über die tatsächlichen Kosten treffen zu können. So wurde nicht nur auf Ausstattung und Energiepreise geachtet, sondern auch auf die Motorleistung, realitätsnahe Verbrauchswerte, Versicherung, Steuer und Werkstattkosten. Selbst der voraussichtliche Wertverlust floss in die Berechnung ein.

Das Ergebnis überrascht: Bei der Hälfte der verglichenen Modelle schlägt das Elektroauto auf eine Haltedauer von 5 Jahren bei einer Jahresfahrleistung von 15.000 Kilometern das Benzin- oder Dieselmodell in den Kosten pro gefahrenen Kilometer. Die Gewinner sind der BMW i3 (verglichen mit BMW 218i), der Hyundai Ioniq Elektro (vgl. Hyundai i30), der Smart Fortwo und der Tesla Model X 100 D (vgl. Audi SQ7 TDI). Aber wie ist das möglich?

Zugegeben: In der Klasse eines Tesla mit über 120.000 Euro Bruttolistenpreis sind die Kosten wohl nicht mehr das entscheidende Kriterium. Auffällig ist jedoch, dass gerade bei kleineren und mittleren Fahrzeugen das Elektroauto die Nase vorn haben kann, abhängig vom Modell. Ein wichtiger Einfluss für die unterschiedlichen Preise ist der verhältnismäßig günstige Preis für Strom. Für 0,30 Euro/kWh können Sie zwar nicht überall „tanken“, dafür geht’s an anderen Stellen kostenfrei. Im Vergleich mit einem derzeit hohen Dieselpreis klingt das selbst für Vielfahrer verlockend. Weiterhin sind Nachlässe wie die aktuelle Umweltprämie relevant, auch geringere Wartungsaufwendungen für Stromer spielen eine gewichtige Rolle.

Kosten fürs E-Auto: An diesen Stellen können Sie einsparen

Unabhängig von der Kalkulation des ADAC gibt es weitere Stellschrauben, bei denen Sie Geld sparen können, wenn Sie mit dem E-Auto unterwegs sind. Es lohnt sich ein Versicherungsvergleich, denn immer mehr Versicherungen bieten günstigere Tarife für Stromer an. So gibt die Allianz Elektro- und Hybridautos beispielsweise 20 Prozent Nachlass, außerdem sind mehr Leistungen inklusive. Hinzu kommen staatliche Anreize (0 Prozent Kfz-Steuer), kein AdBlue oder das Sparen von lästigen HU/AU-Terminen oder Feinstaubplaketten.

Besonders günstig ist der Strom dann, wenn Sie zu Hause oder im Betrieb die Möglichkeit haben, Ihr E-Auto über den Hausstrom zu laden. Mit unter 30 Cent pro kWh fahren Sie bei einem Beispielsverbrauch von rund 20 kWh auf 100 Kilometer für weniger als 6 Euro Energiekosten von Dresden nach Leipzig. Zum Vergleich: Ein durchschnittlich effizientes Dieselfahrzeug mit 5 Litern auf 100 Kilometern Verbrauch fährt die Strecke bei einem derzeit häufigen Dieselpreis von knapp 1,40 Euro für mehr als 8 Euro.

Aufbau eines Fuhrparks: Erst investieren, dann profitieren?

Leider kann die Umrüstung für zu Hause Geld und Nerven kosten. Denn durch die Installation der entsprechenden Infrastruktur am Parkplatz in der Firma oder in der Tiefgarage im Wohnhaus entstehen neue Kosten. So hielt der Focus in einem Artikel aus dem April 2017 fest: „Die Zukunft scheitert oft an ganz banalen Dingen.“

Auch wenn mittlerweile Bewegung in die Sache gekommen ist, ist es für Mieter nach wie vor sehr schwierig: Stimmt der Vermieter dem Einbau einer Wallbox nicht zu, lässt sich das E-Auto nicht auf dem heimischen Parkplatz laden. Leichter ist es bei betrieblichem Eigentum: Insofern keine größeren Umbauten und Baugenehmigungen notwendig sind, kann mit einer Wallbox bereits zu einem günstigen Preis das Elektroauto geladen werden. Viele regionale Stromanbieter unterstützen ihre Kunden zudem gern bei diesem Vorhaben und teilen ihre Erfahrungen, beispielsweise DREWAG und ENSO.

Umstellung auf E-Nutzfahrzeugen kann sich lohnen

Laut einer Studie der PROGENIUM Strategieberatung lohnen sich Elektro-Autos beruflich besonders in der Transport- und Logistikbranche. Bei kleineren Transportern sparen Handwerker und Lieferanten Geld mit der Wahl eines strombetriebenen Fahrzeugs. Betrachtet wurden dabei Fixkosten, Werkstatt- und Betriebskosten sowie der Wertverlust.

Interessant in dem Zusammenhang ist eine Neuheit von Volkswagen, die auf der IAA Nutzfahrzeuge präsentiert wurde. Der bereits bekannte e-Caddy hört nun auf dem Namen ABT e-Caddy. Die Pioniere in dem Sektor e-Mobilität haben den bekannten Elektro-Kleintransporter so weiterentwickelt, dass er mit einer Ladung ca. 220 Kilometer schafft. Ab Mitte 2019 soll der e-Caddy als Taxi- und als Transporter-Version verfügbar sein.

Fazit: Es kann günstiger sein, ein E-Auto zu fahren!

Dass Elektroautos überhaupt günstiger sein könnten als Verbrenner, hätte sich vor wenigen Jahren vermutlich nur die E-Pioniere vorstellen können. Dass es mittlerweile doch einige Modelle im Direktvergleich schaffen, zeigt, dass es auch finanziell Sinn ergibt, über Elektromobilität nachzudenken. Besonders günstig fährt es sich, wenn man den Strom aus der Steckdose zuhause oder im Betrieb bezieht. Generell ist es jedoch so, dass sich manche E-Autoklassen mehr lohnen als andere. Eine individuelle Kalkulation ist hier der sicherste Weg. Schreiben Sie uns einfach Ihre Anfrage an frag@umschalten.de. Wir beraten Sie gern.

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