Smarte Installation von Ladetechnik in der Tiefgarage

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Lesedauer: 5 Minuten
Beitragsbild umschalten Ladetechnik in Tiefgaragen

Die Installation von effizienter Ladetechnik für Elektrofahrzeuge in der Tiefgarage von Mehrfamilienhäusern, Gewerbeobjekten oder beim Arbeitgeber ist aktuell für viele Vermieter und Unternehmer von Interesse. Die Errichtung von Ladeinfrastruktur für Bewohner, Kunden und Arbeitnehmer wird zurzeit vielerorts in Tiefgaragen durchgeführt oder ist in Planung. Für diese Anwendungsfälle ist die Installation eines Stromschienensystems, das es erlaubt, flexibel und einfach Wallboxen in Tiefgaragen zu installieren, besonders gut geeignet. Welche Vorteile eine Stromschiene in der Tiefgarage hat und wie Sie Förderungen für Ihre geplante Installation von Ladeinfrastruktur erhalten, erfahren Sie in unserem Blogartikel.

 

WELCHE VORTEILE HAT DIE INSTALLATION VON LADETECHNIK IN DER TIEFGARAGE?

Elektromobilität erfährt immer mehr Aufmerksamkeit und auch monetäre Zuwendung. So auch was private Ladeinfrastruktur betrifft. Ab dem 24.11.2020 kann nun auch die Installation privater Ladepunkte gefördert werden. Doch nicht nur die Förderung ist ein attraktiver Grund für Ladeinfrastruktur in der Tiefgarage. Ihr Objekt wird dadurch allgemein aufgewertet und Sie gestalten es so zukunftsweisend und sicher.

 

WIE KANN DIE INSTALLATION VON LADETECHNIK AM BESTEN UND STANDARDISIERT IN DER TIEFGARAGE ERFOLGEN?

Der wohl wichtigste Punkt und auch zwingend notwendige erste Schritt, ist die Beantragung der benötigten Ladeleistung noch VOR der Installation von Ladetechnik! Die gewünschte Ladeleistung ist in jedem Fall Ihrem Netzbetreiber zu melden. Ab einer Leistung von 12 kVA (Kilovoltampere) muss Ihr Netzbetreiber diese darüber hinaus erst genehmigen. Dafür überprüft der Netzbetreiber Ihre Anfrage individuell und unterbreitet Ihnen, falls notwendig, ein Angebot für die Ertüchtigung Ihres Netzanschlusses. Bei der DREWAG NETZ GmbH geschieht dies beispielsweise, indem der errichtende Elektrofachbetrieb die Anmeldung Netzanschluss (Strom) sowie das zugehörige Datenblatt beim Netzbetreiber einreicht.

 

DOCH WELCHE HÖHE AN LADELEISTUNG IST SINNVOLL?

Die DREWAG NETZ gibt Aufschluss darüber, welche Ladeleistung sich für Ihre Bedürfnisse lohnt.

 

ANZAHL AN
E-STELLPLÄTZEN
EMPFOHLENE MAX. ANSCHLUSSLEISTUNG
FÜR LADEEINRICHTUNGEN
111 kW
2 bis 322 kW
4 bis 533 kW*
6 bis 1044 kW*
11 bis 1555 kW*
16 bis 2066 kW*
ab 21Abstimmung mit Netzbetreiber

* Lastmanagement erforderlich

 

Dieser Empfehlung liegen zwei wichtige Prinzipien zugrunde. Erstens wird bei Nutzung der Ladepunkte nicht von einer Gleichzeitigkeit von 1 ausgegangen. Das bedeutet, dass in der Regel nie alle Ladepunkte gleichzeitig genutzt werden und die angeschlossenen Elektrofahrzeuge dabei nie alle vollständig entladen sind, – denn nur dann beanspruchen Sie Ihre maximale Ladeleistung. Und Zweitens kann der Netzbetreiber ab einer größeren Anzahl an Wallboxen die Verwendung eines Lastmanagementsystems vorschreiben, sodass die genehmigte Leistung in jedem Fall eingehalten wird.

Steht Ihnen die benötigte Ladeleistung zur Verfügung, kann im nächsten Schritt der Aufbau einer separaten Messung, die Installation einer Stromschiene und die Anbindung beliebig vieler Wallboxen, unter Einbindung eines Lastmanagementsystems, erfolgen.

 

Grafik Visualisierung einer über den Hausanschluss gespeisten Stromschiene

Visualisierung einer über den Hausanschluss gespeisten Stromschiene

 

WARUM SOLLTE EINE SEPARATE MESSUNG ERFOLGEN?

Um den Strom, der zum Laden von Elektrofahrzeugen verbraucht wird, erfassen und abgrenzen zu können, ist eine separate Messung notwendig. Je nach Höhe der zur Verfügung stehenden Ladeleistung für die Elektromobilität wird entschieden, ob eine Direktmessung oder eine Wandlermessung nötig ist. Letztere kommt bei Leistungen ab 30 kW zum Einsatz. Wenn Sie Ihren Strom ausschließlich selbst nutzen, z.B. für eine Firmenflotte, ist eine zusätzliche Messung nicht zwingend notwendig.

 

WIE FUNKTIONIERT LAST­MANAGEMENT?

Ein statisches Lastmanagementsystem sorgt dafür, dass die zum Laden von Elektroautos vorgehaltene Leistung nicht überschritten wird. Tritt der Fall ein, dass zu viele Elektroautos gleichzeitig laden möchten, greift das Lastmanagementsystem steuernd ein und teilt die verfügbare Leistung gleichmäßig auf die angeschlossenen Fahrzeuge auf. So werden Leistungsspitzen vermieden und einer Überlastung des Anschlusses wird aktiv vorgebeugt.

 

Grafische Darstellung der Funktion des Lastmanagements
Grafische Darstellung der Funktion des Lastmanagements
 

WARUM STROMSCHIENEN DIE SINNVOLLSTE LÖSUNG SIND

Um alle Ladepunkte in der Tiefgarage mit Strom zu versorgen und dabei gleichzeitig eine effiziente und kostengünstige Installation von Wallboxen zu ermöglichen, ist die Nutzung einer Stromschiene die bestmögliche Variante.

 

Vorteile der Stromschiene gegenüber der Verlegung einzelner Stromkabel je Wallbox:

 

  • Bei einer größeren Anzahl zu errichtender Wallboxen ist der Platzbedarf der Stromschiene geringer als bei einer konventionellen Verkabelung je Wallbox.
  • Ab ca. sechs zu errichtenden Wallboxen sind die Kosten für Material und Montage je Wallbox geringer als bei einer einzelnen Verkabelung.
  • Bei einer Stromschiene kommt deutlich weniger Isolierungsmaterial als bei konventioneller Verkabelung mehrerer Wallboxen in der Tiefgarage zum Einsatz. Daraus resultiert eine geringere Brandlasterhöhung.
  • Große elektrische Leistungen können über eine Stromschiene verteilt werden (z. B. bis zu 110 kW über Schneider Schienenverteiler „Canalis“ KN). So können zahlreiche Ladepunkte installiert und mit ausreichend Ladeleistung versorgt werden.
  • Die Erschließung der Wallboxen kann flexibel und effizient über einen neuen Abgang von der Stromschiene erfolgen. Der Installationsaufwand ist dadurch insbesondere im Mehrfamilienhaus, in dem nach und nach neue E-Mobilisten hinzukommen, deutlich geringer und dadurch kostengünstiger für Mieter und Wohnungseigentümer.
  • Die Stromschiene kann bei Bedarf einfach erweitert beziehungsweise verlängert werden. Neue Stellplätze können dadurch auch im Nachgang leicht erschlossen werden.
  • Flexible Zwischenstücke für die Stromschiene erlauben die Anpassung an räumliche Gegebenheiten vor Ort (Umgehen von Deckenstürzen, Steigleitungen an der Wand, Türen in der Wand, etc.).
 

In der Praxis ist das System bereits angekommen und erprobt. Die Experten für die Errichtung von Ladeinfrastruktur der SachsenNetze GmbH verwenden die Technik mittlerweile standardmäßig bei größeren Tiefgaragenprojekten. Kai Glaser der SachsenNetze fasst die Vorteile wie folgt zusammen:

 

„Eine große Anzahl an Ladepunkten kann bei geringem Installationsaufwand kostengünstig und sehr flexibel installiert werden.“

 

Enso - Elektrotankstelle im Landtag

Stromschienen in einer Dresdner Tiefgarage, Foto: Oliver Killig

 

WELCHE WALLBOXEN EIGNEN SICH FÜR STROMSCHIENEN?

Es kommt ganz darauf an, für welche Zwecke Sie Ladeinfrastruktur installieren lassen. Je nach Anwendungsfall sind unterschiedliche Wallboxen geeignet. Jedoch sollten alle unbedingt in ein Lastmanagementsystem eingebunden werden können. Das kann entweder bereits in der Wallbox in Form einer Master-Slave-Lösung integriert sein oder über ein separates Lastmanagement-Gateway aufgebaut werden. Bei der Master-Slave Lösung fungiert eine Wallbox als Kommunikationscontroller. Hier ist auch ein Backend eingebunden. Das intelligente Lastmanagement erfolgt über diesen Controller. Er ist dafür zuständig, dass es bei gleichzeitigem Laden von Elektrofahrzeugen zu keiner Überschreitung der maximal zur Verfügung stehenden Leistung kommt. Eine LAN-Verbindung der Wallboxen ist für die Kommunikation zwischen den einzelnen Wallboxen und deren Steuerung durch das Lastmanagement parallel zur Stromversorgung in der Tiefgarage zu installieren.

Für Vermieter oder Arbeitgeber ist zusätzlich die Abrechnung der Ladevorgänge an den Wallboxen ein wichtiges Thema. Hier müssen die Wallboxen über die Möglichkeit einer eichrechtskonformen Messung verfügen. Über eine externe Kommunikationsanabindung, beispielsweise eine SIM-Karte oder einen Breitbandanschluss, müssen die Ladepunkte in das Backendsystem eines Ladestationsbetreibers eingebunden werden können. Im Backend werden dann alle Ladevorgänge einer bestimmen Ladekarte an einer Wallbox eichrechtskonform erfasst und können vom Betreiber als Abrechnungsgrundlage herangezogen werden.

 
 

Enso - Elektrotankstelle im Landtag Detail

An Stromschiene angeschlossene Wallbox, Foto: Oliver Killig

 

FAZIT: DIE INSTALLATION VON STROMSCHIENEN IST EINE SMARTE INVESTITION IN DIE ZUKUNFT

Stromschienen sparen Platz, Ressourcen und Geld und sind flexibel auf neue Anforderungen anpassbar. Selbst wenn sich Ihre Flotte vergrößert oder mehr Mietparteien ein Elektrofahrzeug laden möchten, ist ein Nachrüsten von Wallboxen mit intelligenter Stromschienen-Technik kein Problem. Vermieter und Mieter profitieren zusätzlich von der neuen Förderung für die Errichtung privater Ladepunkte. Aber auch für den Aufbau öffentlicher Ladepunkte für Dritte ist eine Stromschiene eine hervorragende Basis. Durch eine externe Kommunikationsanbindung der Wallboxen an das Backend eines Betreibers kann der verbrauchte Ladestrom individuell abgerechnet werden. Anbieter wie die DREWAG halten für ihre Kunden schon ein Gesamtpaket bereit – beginnend bei der Beratung zur notwendigen Ladeleistung, über die Installation der Messung, der Stromschiene und der Wallboxen bis zur Abrechnung und Betriebsführung der Ladepunkte.

 

Sie wollen noch mehr erfahren? Kennen Sie bereits unser umfangreiches Whitepaper? Hier finden Sie viele Informationen, wenn Sie planen, E-Autos in Ihren Fuhrpark aufzunehmen. Sie haben Fragen zu CleverShuttle oder eine ganz andere Themenidee? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an frag@umschalten.de!

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Ein Beitrag von Lisa Troeger

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