Ladekarten Vergleich: Die beste fürs E-Auto!

Überblick verloren? Viele Anbieter bieten Bezahlen an der Stromtankstelle. Wir erklären, welche App oder Ladekarte die beste für sie ist!

Zusammenfassung: Ladekarten müssen nicht stressen

Der Horror jedes E-Auto-Käufers? Teuer an der Ladesäule „tanken“, weil sie keine passende Ladekarte dabeihaben! Immer mehr Anbieter strömen auf den Markt, vom ADAC über Energiekonzerne, vom regionalen Stromanbieter bis zum Automobilhersteller – alle wollen vom Wachstumsmarkt E-Mobilität profitieren. Währenddessen es an vielen Supermärkten oder Möbelhäusern noch möglich ist, das E-Auto kostenfrei zu laden, sind in den Innenstädten und auf den Autobahnen die allermeisten Ladesäulen per Ladekarte oder App freischaltbar. Wir haben uns angeschaut, wie das überhaupt funktioniert, welche Systeme gut sind und wie Sie Ihren Lade-Alltag angenehmer gestalten.

Wie funktioniert eine Ladekarte?

Auch wenn es viele Ladekarten auf dem Markt gibt, am Ende funktionieren sie alle gleich. Mittels RFID werden zwischen der Ladekarte und der Ladesäule Informationen ausgetauscht, die den Anwender authentifizieren. Die Ladestation prüft jetzt, ob es eine gültige Vereinbarung zwischen dem Ladesäulenbetreiber und dem Provider der Ladekarte gibt. Studien zum Ladeverhalten zufolge nutzen 83 Prozent der E-Autofahrer Ladekarten. Besonders bei Gewerbekunden sind die Karten beliebt: Wenn die Kolleg*innen mit den firmeneigenen E-Autos unterwegs sind, können so Ladevorgänge zentral überblickt und verbucht werden, ganz ohne firmeneigene Kreditkarte und ähnlich der bekannten Tankkarte bei fossilen Kraftstoffen.

Immer häufiger nutzen E-Auto-Fahrer auch ihr Smartphone zur Abrechnung. Eine App, wie beispielsweise die E-Charging-App, dient dann als Ladekarten-Ersatz. Der Ladepunkt wird dabei direkt am Handy ausgewählt, der Datenaustausch funktioniert, ohne auszusteigen. Die in der App hinterlegten Zahlungsdaten werden belastet, der Vorgangsbeleg wird direkt auf dem Smartphone-Display angezeigt. Der große Vorteil: Das lästige Kramen nach der richtigen Ladekarte können Sie sich sparen.

Welche Ladekarten fürs E-Auto gibt es?

Der Ladekarten-Überblick vom ADAC gibt auf die Frage immer eine aktuelle Antwort. Betrachten wir die Roaming-Anbieter, Energieunternehmen und Autohersteller zusammen, sind derzeit über 80 Ladekarten-Anbieter auf dem Markt und über dutzende Bezahlsysteme für die Ladesäule per App. Da sich die Daten ständig ändern, verweisen wir gerne auf die bereits genannte Übersicht, um immer die aktuellen Preise für die relevantesten Anbieter zu ermitteln. Bei uns erfahren Sie, wie Sie selbst beurteilen können, welcher Anbieter zu Ihnen passt.

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Roaming-Anbieter: Die Allrounder

Wenn Sie häufiger im gesamten Bundesgebiet unterwegs sind oder eine längere Reise durch Deutschland oder Europa planen, kommen Sie an einem der so genannten Roaming-Anbieter nicht vorbei. Ihr großer Vorteil: Mit nur einer Karte oder einer App kann an den meisten Ladepunkten in Deutschland geladen werden. Wenn Sie also Dresdner sind, aber in Düsseldorf Ihr Auto laden wollen, müssen Sie nicht erst Kunde der Stadtwerke Düsseldorf werden. Die Roaming-Anbieter nennt man in Fachkreisen auch EMP bzw. Electro Mobility Provider. Diese bieten ihren Kunden Verträge für den Ladestrom zu festen Konditionen an, egal an welcher teilnehmenden Ladesäule.

Je nach Preismodell des Roaming-Anbieters kann das aber ein Kostenvor- oder -nachteil sein. So können ADAC-Mitglieder beispielsweise bereits ab 29 Cent/Kilowattstunde besonders günstig an Normalladepunkten (AC) laden, bei anderen Anbietern kann der Preis aber schon einmal bis auf 1,09 Euro/Kilowattstunde für Schnellladepunkte (DC) steigen. Dafür sparen Sie sich den Tarifvergleich und kommen auch nicht auf die Idee, die einzelnen Ladesäulen nach der günstigsten abzufahren.

Preisvergleich der Ladenkarten-Anbieter

Preisvergleich Roaming-Ladekarten und -Apps, Preis pro Kilowattstunde (Stand März 2021. Preise können abweichen. Es können weitere Kosten entstehen)

Stadtwerke: Die regionalen Preisleistungs-Sieger

Stadtwerke von AllgäuStrom bis zu den Wuppertaler Stadtwerken, aber auch Gemeinden, sind in ihren Regionen oft wichtige Ladesäulen-Betreiber. Die Anzahl der eigenen Ladepunkte reicht daher von weniger als 10 bei kleineren Gemeinden bis einigen hundert Ladesäulen von den Stadtwerken der Metropolen. Da die meisten E-Auto-Fahrer vor allem in der eigenen Stadt bzw. im Landkreis unterwegs sind, sind die Ladekarten des regionalen Energieunternehmens sehr attraktiv.

Unternehmen wie DREWAG bieten ihren Kunden günstige Tarife an. Geschäftskunden können so mit der Ladekarte an ca. 380 Ladepunkten in Dresden und Umgebung bereits für 29 Cent/Kilowattstunde laden. Die Sachsen unterstützen auch die Abrechnung per App und sind Teil eines Verbunds mehrerer deutscher Stadtwerke. Die Preise der E-Charging App (für Apple und Android) sind mit 35 Cent/Kilowattstunde bei DC- bzw. Schnellladung sogar günstiger als der Marktdurchschnitt. Anders als bei den meisten anderen Anbietern kosten AC und DC genau gleich viel – eine Grundgebühr gibt es nicht. Zusätzlich bietet DREWAG auch günstigen Auto-Strom fürs Laden zuhause, hier bereits ab 20,80 Cent/Kilowattstunde.

Automobilhersteller: Roaming mit gewissen Vorzügen

Was haben Tesla, BMW, Hyundai und Volkswagen gemeinsam? Richtig, sie bieten eigene Ladekarten an. Einige Automobilhersteller haben eigene Bezahlsysteme und Tarife. Bei Porsche beispielsweise gehört die Karte für die ersten drei Jahre serienmäßig dazu. Die Zeiten, in denen es sich mit diesen Systemen aber über eine lange Zeit kostenfrei laden lässt, sind weitestgehend vorbei. Nur bei Tesla kommen einige Modelle noch in den Geschmack kostenlosen Stroms, und auch das nur an Tesla-Superchargern bzw. bestimmten Ladestationen. Die Preismodelle sind unterschiedlich: Teilweise wird eine Aktivierungsgebühr fällig, manche verlangen monatlich oder jährlich einen Beitrag. Auch beim Ladevorgang sind die Abrechnungsmodelle vielfältig: Von Einmalkosten je Ladevorgang bis zur Abrechnung nach Zeit oder Verbrauch ist alles möglich. Die Preise für eine Kilowattstunde rangieren zwischen 29 und 49 Cent.

Welche Ladekarte ist die Beste?

Zwischenfazit: Die Wahl der richtigen Ladekarte und des entsprechenden Systems hängt von einigen Faktoren ab. Für E-Auto-Fahrer, die vor allem in der Region unterwegs sind, lohnen sich so gut wie immer die eigenen Stadtwerke. Für längere Fahrten in Deutschland und Europa ist die Entscheidung für einen zusätzlichen Roaming-Anbieter sinnvoll. Wer viel unterwegs ist, für den rentiert sich ein Angebot mit Grundgebühr. Wer die meisten Strecken in der eigenen Region zurücklegt und nur gelegentlich weitere Fahrten unternimmt, sollte sowohl eine Ladekarte der regionalen Stadtwerke als auch eine Ladekarte eines Roaming-Anbieters ohne Grundgebühr besitzen.

Stadtwerke wie SachsenEnergie kombinieren beides und bieten auch sehr günstige Lösungen für ihre Kunden an, die in bestimmten Städten und Regionen Deutschlands häufiger unterwegs sind. Wer ein Modell von Audi, BMW, Hyundai, Mercedes, Porsche, Tesla oder Volkswagen hat, sollte sich zudem einmal die Angebote seines Automobilherstellers anschauen. Erfahren Sie im nächsten Abschnitt unseres Artikels, wie der Bezahlvorgang technisch funktioniert.

Automobilhersteller mit eigenen Ladekartensystemen – Stand März 2021

Wie bezahlt man an einer Stromtankstelle?

Das Bezahlen selbst ist unkompliziert: Ladekarte an die Ladesäule halten, die Bestätigung auf dem Display abwarten und das E-Auto per Ladekabel mit dem Ladepunkt verbinden. Während des Ladevorgangs wird die Menge des geladenen Stroms angezeigt, am Ende die insgesamt geladene Menge. Auf dem Smartphone geht es noch einfacher: Bequem noch im Auto die Ladesäule auswählen, Zahlungsmittel hinterlegen, Bestätigung abwarten und dann das Ladekabel anschließen.

Die eigentliche Abrechnung findet im Hintergrund statt. Je nach Anbieter gibt es unterschiedliche Tarife und Preismodelle fürs E-Auto-Laden. Grundlegend wird unterschieden nach:

  • Abrechnung nach Zeit (in Minuten)
  • Abrechnung nach Verbrauch (in Kilowattstunde)

Häufig werden beide Preismodelle auch kombiniert. Warum? Es kommt nicht selten vor, dass E-Autos eine Ladesäule länger besetzen, als diese geladen werden müssen. Wenn ein E-Auto also einen vollen Akku hat und trotzdem noch 60 Minuten stehen bleibt, erhöht sich der abgerechnete Betrag zusätzlich zum Verbrauch um die Standzeit. Das ist aber nicht unbedingt nur vom Ladesäulenbetreiber abhängig, sondern häufig auch vom EMP, also dem jeweiligen Vertragsanbieter für den Ladestrom. Für E-Auto-Fahrer ist es also sinnvoll, vorab zu überlegen, wie lang das eigene Auto wirklich öffentlich geladen und abgestellt werden muss.

Mittlerweile werden für „Viellader“ auch Tarife mit einer monatlichen Grundgebühr angeboten, im Gegenzug wird der Preis für die geladene Kilowattstunde reduziert. E-Auto-Fahrer, die beispielsweise über 50 Kilowattstunden pro Monat öffentlich laden, können so gegenüber einem Tarif ohne Grundgebühr Geld sparen.

Heute noch selten, in Zukunft jedoch immer wichtiger werden zudem Reservierungsgebühren. Immer intelligentere Fahrzeuge werden den idealen Weg zum Ziel und die bestmögliche Ladestation auf der Strecke bald vor Fahrtantritt berechnen können. Damit dann aber die Ladesäule nicht besetzt ist, können E-Auto-Fahrer diese bereits vorab reservieren, um möglichst ohne Wartezeit zum Ziel zu kommen.

Wo kann ich kostenlos mein E-Auto aufladen?

Das Laden des eigenen E-Autos ist ein Wachstumsmarkt, nicht ohne Grund beteiligen sich immer mehr Stadtwerke, aber auch branchenfremde Unternehmen daran. Ob Fast-Food-Ketten, Supermärkte oder Baumärkte, viele Geschäfte locken ihre Kunden mit E-Auto-Parkplätzen mit kostenfreien Lademöglichkeiten. So klappt es auch manchmal noch, öffentlich kostenfrei zu laden. Teilweise ist die Parkdauer bzw. Ladesäulennutzung jedoch zeitlich beschränkt.

Welche Lade-App ist zu empfehlen?

Neben den Ladekarten werden auch Apps zum Bezahlen an der Ladesäule immer wichtiger. Die Zukunft gehört den mobilen Bezahlmethoden mit dem Smartphone bis zur Smartwatch. Viele, auch branchenfremde, Unternehmen bieten deshalb mittlerweile sogenannte Lade-Apps. Bereits erwähnt haben wir die E-Charging App, die insbesondere von Stadtwerken wie SachsenEnergie unterstützt wird. Die App hilft dabei, zur Ladestation zu navigieren und ermöglicht auch die Freischaltung des Ladevorgangs direkt am Smartphone. Je nach hinterlegter Zahlungsmethode werden die geladenen Kilowattstunden bei Normal- und Schnellladepunkten zu je günstigen 35 Cent/Kilowattstunde abgerechnet.

Auch andere Roaming-Anbieter wie IONITY, Ladenetz.de oder New Motion bieten eigene Apps, ebenso wie Automobilhersteller. Wenn Sie also bislang eine Ladekarte von einem dieser Anbieter genutzt haben, prüfen Sie einmal, ob mittlerweile nicht auch eine praktische App dafür vorhanden ist. Achten Sie aber auf jeden Fall auf die Funktionalität: Eine Navigation zum Ladepunkt sollte das Mindeste sein, außerdem die Verfügbarkeit sowie ggf. der Preis des voraussichtlichen Ladevorgangs. Das i-Tüpfelchen bildet die Möglichkeit, mehrere Zahlmethoden zu hinterlegen, oder eine Routenplanungsfunktion.

Was kommt nach den Ladekarten?

Neben dem Smartphone wird das Bezahlen mit der eigenen Giro- oder Kreditkarte zunehmend attraktiv, ist es doch unkomplizierter, als noch eine oder zwei Karten mehr in den Geldbeutel zu quetschen.

Die innovative und umweltfreundliche GLS Bank bietet bereits seit über zwei Jahren den Service Giro-e an. Hier können Sie eine Ladeanfrage an der Ladesäule direkt mit Ihrer Giro-Karte auslösen. Die Abrechnung erfolgt direkt über das eigene Girokonto. Auf dem Kontoauszug ist danach ein Weblink sichtbar, auf dem man den genauen Ladevorgang einsehen kann. Modelle wie diese sind eine tolle Ergänzung und zeigen, wohin es gehen muss: Maximale Flexibilität und größtmöglicher Komfort sind beim Bezahlen an der Ladesäule enorm wichtig!

Das Bundesministerium für Verkehr und Digitale Infrastruktur hat die zentrale Bedeutung des Bezahlens von Ladevorgängen für die Verbreitung von E-Mobilität bereits erkannt. Die Nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur hat deshalb ein Thesenpapier entwickelt, das den Anbietern von Ladesystemen, Bezahlsystemen, Automobilherstellern und Energieunternehmen eine Orientierung bietet, was die E-Auto-Fahrer heute und in Zukunft von ihnen erwarten. Nutzer*innen möchten mit gewohnten Methoden bezahlen, ohne vorher zwingend ein Nutzerkonto anlegen zu müssen. Außerdem ist Preistransparenz wichtig: Die Ladenden wünschen sich, dass die Kosten für den Ladevorgang bereits vor dessen Beginn klar kommuniziert werden. Neue Technologien wie „Plug & Charge“ werden das Leben von E-Auto-Fahrern in naher Zukunft noch einfacher gestalten: Dann wird der Start des Ladevorgangs automatisiert und direkt vom Auto aus möglich sein, alle Informationen wie Ladedauer oder Preis werden bereits im Auto vorab angezeigt.

Unsere Empfehlung: Sprechen Sie mit Ihrem regionalen Stromanbieter!

Die Vielfalt von Bezahlsystemen wie Ladekarten und Apps und die Auswahl von Tarifen sind riesig. Wir sind uns sicher, dass sich im Laufe der nächsten Jahre die digitalen und flexiblen Varianten durchsetzen werden, die den größten Mehrwert für die Kunden bieten. Ein Maximum an Transparenz und Komfort ist dabei besonders wichtig. Derzeit ist es für die meisten E-Auto-Fahrer aber noch am sinnvollsten, die Ladekarte eines Roaming-Anbieters mit dem Angebot des regionalen Stromanbieters zu kombinieren.

Denn häufig bieten diese regional die günstigsten Preise an. Viele unterstützen zudem bestimmte Roaming-Angebote, sodass Sie auch außerhalb Ihres Bundeslands bequem und kostengünstig bezahlen können. Ihr Energieunternehmen „um die Ecke“ kann Sie außerdem am besten dazu beraten, wie Sie zuhause für günstigen Autostrom sorgen. Die echten Experten sind also direkt in Ihrer Nähe!