Autostrom – Lohnt ein Stromtarif für das Elektroauto

Emissionsfrei unterwegs – das wird für viele Menschen immer attraktiver. Aber geht das auch so einfach, wenn man sein E-Auto zuhause tankt? Explodieren da nicht die Kosten, gerade wenn man sich für Ökostrom in den eigenen vier Wänden entschieden hat? Eine Lösung dafür sind spezielle Stromtarife für Elektroautos. Wie Sie damit Stromkosten bei Ihrem E-Auto senken können und wie Sie den Stromverbrauch im Blick behalten, erklären wir in diesem Artikel.

Stromverbrauch messen: Zwei Wege ins Elektroauto

Die erste wesentliche Entscheidung beginnt beim Zähler: Je nach Anbieter und Stromtarif erfolgt die Abrechnung des Verbrauchs des E-Autos über denselben Stromzähler wie der Rest des Hauses oder separat. Insbesondere, wenn Sie Ihr E-Fahrzeug auch geschäftlich nutzen, lohnt sich der einmalige Einbau eines extra Zählers, damit Sie Ihrem Chef genau sagen können, wie viel Sie für welche Strecke bezahlt haben. Den extra Stromzähler zahlt der Energieanbieter, weitere Kosten können jedoch für einen neuen Schaltkasten auftreten. Der separate Stromzähler führt zwar zu einem zusätzlichen Grundpreis, der sich ab einer bestimmten Fahrleistung durch den niedrigeren kWh-Preis amortisiert

Autostrom Grafik
Autostrom Grafik 2
Autostrom Grafik 3

Stromkosten vergleichen: Was bringt ein Tarif für Autostrom?

Wie die beiden Darstellungen zeigen, kommt der Strom prinzipiell aus demselben Hausanschluss und dem gleichen Netz. Dann wird die Verteilung jedoch getrennt: Ein Stromzähler misst den Verbrauch des Haushalts, einer den des E-Autos. Auch für persönliche Wege kann sich diese Infrastruktur lohnen. Häufig gibt es spezielle Stromtarife fürs Elektroauto, eben Autostrom, der nur für die Abrechnung des E-Autos gedacht und dann auch besonders günstig ist. So sind bis zu 25 Prozent weniger Kosten im Vergleich zum normalen Haushaltsstrom möglich. Damit das funktioniert, brauchen Haushalts- und Ladestrom jedoch getrennte Stromkreise und Sie eine passende Wallbox. Ein Rechenbeispiel verdeutlicht das. Zum Vergleich fährt jedes Fahrzeug 15.000 Kilometer im Jahr.

Variante 1Variante 2Variante 3
E-Auto mit 20 kWh Verbrauch auf 100 km, beispielhafter Öko-Autostrom-Tarif (Dresdner.Emobil.Basis)E-Auto mit 20 kWh Verbrauch auf 100 km, Ökostrom-Tarif fürs ganze Haus (Dresdner.Strom.Natur)Diesel-Auto mit 5 Litern Verbrauch auf 100 Kilometer
Verbrauchpreis: 20,80 ct/kWh brutto
Grundpreis: 71,67 €/Jahr brutto

Verbrauchpreis: 28,81 ct/kWh brutto
Grundpreis: 101,60 €
Dieselpreis 99,9 Cent/Liter
Kein Grundpreis
Jährliche Kosten: 695,67 €
Preis pro 100 km: 4,64 €

Jährliche Kosten: 965,90 €
Preis pro 100 km: 6,44 €
Jährliche Kosten: 742,50 €
Preis pro 100 km: 4,95 €

In dieser Rechnung wurde mit einem verbrauchsarmen Dieselfahrzeug und dem aktuell niedrigen Kraftstoffpreis kalkuliert. Ein Verbrauch um die 6,5 Liter je 100 Kilometer ließe die jährlichen Kosten nur fürs Dieseltanken bereits auf rund 650 Euro steigen. Davon ungeachtet kommen weitere Aufwendungen hinzu, die ein Elektroauto so derzeit nicht oder in geringerem Maße aufruft: Kfz-Steuer, Wartungskosten bis hin zur kostengünstigeren Versicherung. Durch den aktuell geltenden Umweltbonus der Bundesregierung sind die Leasing-Raten für E-Autos historisch niedrig.

Whitepaper Banner - Umschalten.de
Whitepaper Umschalten

Ist ein Stromtarif fürs Elektroauto immer die bessere Wahl?

Das Rechenbeispiel lässt vermuten, dass für alle Fahrerinnen und Fahrer ein eigener Tarif für den Autostrom sinnvoll ist. Gerade für Wenigfahrer (<7.000 km p.a.) und für diejenigen, die ihr E-Auto nur privat und nicht gewerblich oder beruflich nutzen, ist jedoch häufig kein eigener Messzähler und Tarif vonnöten. Die regionalen Stromanbieter sind der ideale Ansprechpartner und können genau ausrechnen, welche Konstellation für Ihre Zwecke am sinnvollsten und preisgünstigsten ist.

Meistens sind diese auch Inhaber des lokalen Stromnetzes oder zumindest daran beteiligt, sodass eine Prüfung hinsichtlich einer Wallbox bzw. der anliegenden Spannung am Haushaltsanschluss unkompliziert erfolgen kann. Damit beim Umstieg aufs E-Auto und Autostrom nichts schief geht, sollten Sie dank der Unterstützung kompetenter Berater vom Energieanbieter kein Risiko eingehen. So können Sie auch von einem persönlicheren Service profitieren, der keine langen Anfahrtswege braucht.

Weitere Vorteile eines Tarifs für Autostrom

Berücksichtigen sollten Sie bei der Wahl Ihres Stromtarifs fürs Elektroauto auch, dass Sie wirklich nur dann emissionsfrei unterwegs sind, wenn Ihr Tarif aus regenerativen Energien kommt. Viele Energieanbieter wie DREWAG oder ENSO bieten ausschließlich Ökostrom fürs E-Auto-Laden an – so tun Sie nicht nur etwas für den Geldbeutel, sondern auch für die Umwelt und das Gewissen. Der oben erwähnte Tarif Dresdner.Emobil.Basis beispielsweise kommt zu 100 Prozent aus regenerativen Quellen.

Kombinieren Sie Ihren Autostrom-Tarif am besten mit Apps und Lösungen wie E-Charging oder dem Angebot eines eRoaming-Partners. So wird Ihr Ladevorgang garantiert verbrauchsgenau abgerechnet und Sie müssen nicht mehr nach dem günstigsten Angebot suchen. 100 Kilometer kosten so bei einem Verbrauch von 20 kWh circa 7 Euro. Das ist zwar immer noch teurer als mit einem Autostrom-Tarif zuhause, aber durchaus wettbewerbsfähig mit anderen Kraftstoffkosten.