Der richtige Rahmen: Wann sich E-Autos im Fuhrpark lohnen

Immer mehr Unternehmen stellen ihren Fuhrpark ganz oder teilweise auf E-Autos um. Zum einen wird Nachhaltigkeit zu einem immer wichtigeren gesellschaftlichen Thema, denn die Fahrt ist emissionsfrei, es wird 80% weniger CO2 verbraucht und die Ressource Erdöl bleibt unberührt. Zum anderen ist die Umstellung auf Elektrofahrzeuge häufig kostengünstiger. Die Wartungs- und Betriebskosten sind geringer und neben einer Kfz-Steuerbefreiung gibt es außerdem die Möglichkeit zur Förderung. Aber passt die Elektromobilität auch zu Ihrem Unternehmen? Hier finden Sie es heraus!

Sind Sie fit fürs E-Auto? Diese 5 Fragen helfen!

Grafik 5 Fragen - Fuhrpark - umschalten.de

Wenn Sie die Fragen überwiegend mit ja beantwortet haben, treffen bereits einige der Voraussetzungen für eine Umstellung des Fuhrparks auf Ihr Unternehmen zu. Im nachfolgenden Text erfahren Sie, welche Branchen für E-Mobilität besonders geeignet sind, lesen Erfahrungsberichte und erfahren mehr darüber, ob und wie E-Carsharing Sie beim „Umschalten“ unterstützen kann.

Branchengewinner: Hier eignen sich E-Fahrzeuge besonders

E-Autos bei der Polizei oder der Feuerwehr sind noch eher selten, haben aber nicht zuerst etwas mit dem weit verbreiteten Vorurteil zu tun, E-Autos seien für Rettungskräfte gefährlicher. Andere Branchen sind da schon weiter. So besitzen Unternehmen, die regional unterwegs sind, ein besonders großes Potential für E-Autos. Besonders geeignete Branchen sind Catering- und Lieferdienste, ambulante Pflegedienste, das Handwerk und kommunale Verwaltungen.

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Erfahrungsbericht im Handwerk: E-Fahrzeug auf Brot und Brötchen getestet

Acht Wochen lang testete im Sommer 2019 die BÄKO Ost e.G. Elektroautos in ihrem Unternehmen und stellte uns anschließend ihren Erfahrungsbericht zur Verfügung. Hierbei standen den 28 Mitarbeiter*innen ein VW E-Golf sowie ein BMWi3 zur Verfügung, mit dem sie den Arbeitsweg aber auch private Touren bestritten. Während sich ein großes Potential für die täglichen Kurierfahrten mit einem Fahrtweg von rund 80 km pro Tag bot, stellte der große Außenradius von Außendienst und Monteuren eine zu große Herausforderung für die Elektroautos dar.

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Kritischer Erfahrungsbericht: Energieeffizienz bei der Dürrröhrsdorfer Fleisch- und Wurstwaren GmbH

Die Fleischerei aus Dürrröhrsdorf unterzog sich mit zwei E-Autos dem Praxistest. Das belieferte Filialnetz ist groß. Mit 30 Filialen und 500 Mitarbeitern testete das Unternehmen deshalb geeignete E-Modelle.

Neben den eigenen Fleischereigeschäften bietet das Unternehmen einen Cateringservice an, veranstaltet Grillevents und beliefert Lebensmittelhändler und auch Krankenhäuser. Der Test ergab: Für kurze Strecken sind E-Fahrzeuge definitiv geeignet. Für den Transport, zu dem auch die Kühlung der Produkte gehört, sind die Autos bisher unzureichend entwickelt. Dennoch sieht die Firma Elektromobilität als ein Fortbewegungsmittel der Zukunft an: Der Fahrspaß durch die hohe Beschleunigung und der kaum hörbare Motor ist auf jeden Fall ein Argument.

Erfahrungsbericht in Gesundheit und Pflege: Gute Luft am Universitätsklinikum Dresden

Das Krankenhaus in Dresden betont bereits seit längerem neben der Verantwortung für sein Patient*innen und Mitarbeiter*innen auch die gegenüber der Umwelt. Mit der Mobilitätsoffensive „Carrus Green“ wurden deshalb im Dezember 2018 sechs neue Ladepunkte am Klinikum zur Verfügung gestellt. Die Investition in die Elektromobilität geschah auch vor dem Hintergrund, dass Dresden im vergangenen Jahr 27-Mal den Tagesmittelwert für Feinstaub überschritt – ein gesundheitliches Risiko. Das Klinikum betreibt mit seinen vier neuen Elektrofahrzeugen deshalb auch einen kleinen praktischen Beitrag zur Luftqualität und somit zur Vermeidung von Atemwegserkrankungen. Die Fahrzeuge kommen unter anderem beim mobilen Palliativdienst zum Einsatz. Die verschiedenen Standorte werden durch E-Transporter mit Verpflegung und Catering versorgt. Für seinen nachhaltigen Ansatz bekam die Umweltinitiative des Klinikums bereits einen Preis als „ökologischstes Krankenhaus“. Die Preisgelder wiederum wurden direkt in die Weiterentwicklung von Elektromobilität investiert.

Kommunal: E-Autos testen und für sich selbst ein Bild machen

Natürlich sind die Bedürfnisse und Erfahrungen von Unternehmen mit der Elektromobilität jedoch immer individuell. Viele kommunale und regionale Stromversorger bieten deshalb mittlerweile auch Testmöglichkeiten an. Ein Beispiel dafür ist das Programm „Elektromobilität in Kommunen und kommunalen Unternehmen“ der ENSO. Kommunen erhalten ein Elektrofahrzeug für einen Zeitraum von zwei Wochen bis zu zwei Jahren als Test.

Dieses auf die Kommune zugeschnittene Angebot haben mittlerweile 50 Städte und Gemeinden wahrgenommen. Eine davon war die Stadt Elstra, bei der der Bürgermeister nach einer Testfahrt den VW-e-Golf für einen Zeitraum von zwei Jahren entgegennahm.

Die Stadt Dohna verlängerte nach abgelaufener Testzeit seinen Vertrag, nach dem ein Mitsubishi i-MiEV gegen einen Volkswagen e-Golf eingetauscht wurde. Weitere Städte wie Lommatzsch, Glashütte, Sohland und Rietschen im Versorgungsgebiet der ENSO folgten alle dem Angebot auf E-Mobilität umzusteigen. Das hat auch einen Vorbildcharakter und von den Erfahrungen der kommunalen Mitarbeiter profitieren am Ende auch andere Nutzer von E-Mobilität.

Carsharing: E-Mobilität als geteiltes Glück?

Teilen liegt schon seit längerem im Trend. Ob zum Serie schauen, Musik streamen oder eben auch beim Auto. Dass Mehrfachnutzung auch bei Elektroautos funktioniert und gewünscht ist, war absehbar. Das Ziel dabei ist, die Nutzung eines Autos durch möglichst viele Fahrer*innen auszulasten. Dabei verbessert sich durch die geringen Verbrauchskosten die Wirtschaftlichkeit gegenüber anderen Autos. DREWAG und ENSO stellen deshalb einen Fuhrpark mit Mietautos zur Verfügung, in dem auch andere Unternehmen Fahrzeuge mieten können.

Der Impact Hub Dresden profitiert in einem Testlauf davon, da das Unternehmen so keinen eigenen Fuhrpark aufbauen müsste und dennoch immer auf zahlreiche Fahrzeuge zugreifen könnte. Durch die Vermietung könnte ein sogar Fuhrpark selbst Einnahmen generieren, statt nur auf der Kostenseite zu stehen. Viele jungen Unternehmer wollen heute keine eigene Flotte aufbauen und sind begeistert von der Idee, Ressourcen zu teilen. Das Konzept lässt sich ebenfalls auf einen Industriepark anwenden: Firmen können sich einen Fuhrpark teilen und diesen beispielsweise in einem gemeinsamen Joint-Venture verwalten. So braucht nicht jedes Unternehmen eigene (Elektro-)Fahrzeuge, sondern man kann sich vorteilhaft einteilen – das spart Ressourcen, Zeit und Geld.

Grafik e-Carsharing - Fuhrpark - umschalten.de

So funktioniert das Prinzip E-Carsharing

Doch wie können auch geteilte Autos die unterschiedlichen Bedürfnisse der jeweiligen Nutzer befriedigen? im Beispiel gibt es einen Hauptnutzer, der morgens von seinem Wohnort Heidenau zur Arbeit nach Glashütte und stellt sein Auto in Arbeitsplatznähe an einem Fahrzeugübergabepunkt ab. In dieser Zeit ist beispielsweise ein Sozial- oder Pflegedienst damit unterwegs. Ein intelligentes Verleihsystem stellt sicher, dass dem Pendler abends wieder ein Auto mit genügend Reichweite für den Weg nach Hause zur Verfügung steht. Zusätzlich könnte es in den Abend- oder Nachtstunden für Liefer- oder Sicherheitsdienste fahren. Wenn der Pendler das Fahrzeug am Wochenende nicht selbst nutzt, hätten Touristen die Möglichkeit, damit die Region zu erkunden. So wäre es fast rund um die Uhr ausgelastet.

Fazit: Voraussetzungen erkennen, Vorteile nutzen, Vorurteile überwinden

Neben der geringen lokalen Umweltbelastung sind E-Autos oft sogar auch wirtschaftlicher. Ob im Handwerk oder Pflegedienst, in den verschiedenen Branchen zeigen sich Erfolge. Sogar ganze Kommunen stellten ihren Fuhrpark auf Elektromobilität um. Um die Investition in Grenzen zu halten, können Sharing-Modelle helfen. Egal, wie sie auf das E-Auto kommen, eins bleibt sicher: Sie leisten einen guten Beitrag im Klimaschutz und sind Ihrer Zeit weiterhin voraus.

Umfangreiche Informationen zur E-Mobilität finden Sie auch in unserem Whitepaper. Sie haben Fragen oder eine Themenidee? Schreiben Sie uns gerne an frag@umschalten.de!