Mit dem E-Auto in den Urlaub – Reisen nach Österreich, Frankreich und Dänemark

Zum Supermarkt, zur Arbeit oder zum See – Besitzer von Elektroautos nutzen ihre Fahrzeuge vor allem, um kürzere Strecken zurückzulegen. Die geringere Reichweite der mit Strom betriebenen Autos schließt weite Distanzen allerdings nicht aus: Mit der richtigen Planung bringt einen das E-Auto sogar in den Urlaub.

Vor der Urlaubsreise: Route planen

Die Ladeinfrastruktur wird nicht nur innerhalb von Deutschland ständig weiter ausgebaut. Viele europäische Länder, vor allem im Westen und Norden Europas, sind gut auf Elektromobilität eingestellt. Dennoch erfordern unterschiedliche Anbieter sowie Bezahlsysteme vor Reiseantritt eine sorgfältige Planung.

Besonders hilfreich sind hierfür spezielle Routenplaner. Neben Google Maps zeigen Webseiten wie GoingElectric oder Chargemap nämlich nicht nur die geplante Strecke, sondern auch Ladestationen an. GoingElectric bezieht darüber hinaus auch das Automodell und den Steckertyp des genutzten Fahrzeugs in seine individuelle Berechnung mit ein. Informationen zur Registrierung und zum Roaming sind auf der Webseite ebenfalls hinterlegt.

Über eine Funktion zur Anzeige der Ladesäulen an der gewählten Strecke verfügt auch der Routenplaner von ADAC . Für unterwegs gibt es zudem diverse Apps, die via Standortermittlung hilfreich bei der Suche nach Lademöglichkeiten sind. Die Anwendung Here – für Android und iOS – gibt beispielsweise eine gute Übersicht über Ladestationen in ganz Europa.

Mit dem Elektroauto nach Österreich

Österreich ist für Besitzer von Elektroautos das perfekte Urlaubsziel. Vor Ort finden E-Mobilisten etwa alle 30 Kilometer eine Ladesäule. Mit 5.000 Ladepunkten für etwa 21.000 reine E-Autos zählt das Nachbarland damit zu den Vorreitern beim Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Zum Netz des Bundesverbands Elektromobilität Österreich (BEÖ) gehören insgesamt 3.000 dieser Ladepunkte. Für die Suche nach der nächstgelegenen Lademöglichkeit bietet sich vor Ort der E-Tankstellenfinder an. Der kostenlose Kartendienst listet E-Ladestationen in Österreich auf und ist auch als App verfügbar.

Kompatibel mit den Ladesäulen sind die Ladekarten aller BEÖ-Mitgliedsunternehmen. Eine Liste dieser befindet sich auf der Webseite des Verbunds. Wer keine passende Karte besitzt, kann mit dem Smartphone und einem QR-Code-Reader in Österreich auch spontan Strom tanken. Die Zahlung erfolgt dann über die Kreditkarte oder einen anderen Zahlungsprovider. Angeschlossen werden können Schuko-Stecker, Typ 2-Stecker. CHAdeMO-Stecker, CEE-Stecker und Combo-Stecker (Combined Charging System CCS).

Ein weiterer Ladeinfrastruktur-Anbieter in Österreich ist SMATRICS. Im SMATRICS-Netz fallen von mehr als 435 Ladepunkten 210 auf Schnellladepunkte mit Leistungen von 43 beziehungsweise 50 kW. Diese befinden sich etwa alle 60 Kilometer entlang der Autobahnen und in Ballungszentren. Damit sind Vollladungen in 30 Minuten möglich. Roaming-Partner sind unter anderem The New Motion und Ladenetz.de.

Urlaub in Frankreich

Frankreich liegt mit 24.850 öffentlichen Ladepunkten im europäischen Vergleich ebenfalls auf den vorderen Plätzen. Wer hier Urlaub macht, sollte allerdings beachten, dass die Ladepunkte vor Ort geografisch ungleichmäßig verteilt sind. Viele Ladestationen befinden sich in den Großstädten – 738 beispielsweise allein in Paris. Abseits der französischen Hauptstadt lässt es sich außerdem in den Departements Hauts-de-Seine, Seine-et-Marne, Gironde und Finistère gut Strom tanken. Schwächer ausgebaut ist die Ladeinfrastruktur hingegen in der Mitte des Landes.

An über 2.200 Ladepunkten können Urlaubsreisende ihre Elektroautos in Frankreich schnell aufladen. Durch das Projekt Corri-Door des Ladeinfrastruktur-Anbieters IZIVIA finden E-Mobilisten aktuell alle 80 Kilometer eine Schnellladestation. Das Aufladen dauert hier etwa 20 bis 30 Minuten – so lange wie eine Kaffeepause. An die Schnelllader können Typ 2-Stecker, Combo-Stecker (Combined Charging System CCS) sowie CHAdeMO-Stecker angeschlossen werden. Die Normallader verfügen darüber hinaus auch über einen Anschluss für den Schuko-Stecker.

Als Ladekarte eignet sich für den Urlaub in Frankreich der Chargemap-Pass. Er wird in Frankreich aktuell von Corri-door, CNR, Belib, Eborn, EPAMSA, USEDA, SDE07, SDE28, SDEF und vielen weiteren Anbietern akzeptiert. Das Starterpaket kostet 19,90 Euro. Nach einer Registrierung erhalten Nutzer die Ladekarte innerhalb weniger Tage per Post.

Unterwegs in Dänemark

In Dänemark können E-Mobilisten an rund 2.700 Ladepunkten auftanken. Über 500 davon sind schnellladend. Besonders weit verbreitet sind die Ladestationen von E.ON DK und Clever. Reisende müssen allerdings beachten, dass die beiden Unternehmen untereinander kein Roaming anbieten. Vor Reiseantritt muss man sich für die Karte eines Anbieters entscheiden. E.ON DK bietet Nicht-Kunden unter anderem eine Telefonaktivierung an und erhebt pro Ladung einen pauschalen Beitrag. Für die Nutzung der Clever-Ladesäulen wird hingegen eine RFID-Prepaidkarte benötigt, die sich in 100-kWh-Schritten wieder aufladen lässt. Der Anbieter empfiehlt, die Karte mindestens sieben Werktage vor Abreise zu bestellen.

Praktisch: Wer zum Beispiel eine Ladekarte von NewMotion oder EinfachStromLaden besitzt, kann sowohl bei E.ON DK als auch bei Clever sein Elektroauto aufladen.

Fazit

Ein Urlaub in Österreich, Frankreich oder Dänemark ist mit dem Elektroauto heute kein Problem mehr. Generell gilt: Planung ist alles. Reisende sollten sich bereits im Vorfeld der Reise mit ihrer Route vertraut machen und sich spätestens zwei Wochen im Vorfeld für das passende Bezahlsystem registrieren. Wer auf Nummer sicher gehen will, hält das 230-V-Notladekabel im Auto bereit. So ist Ihr Elektroauto nach einigen Stunden oder bei mehrtägigen Reisen über Nacht wieder startklar für die nächste Etappe.

Auch Polen und Tschechien sind ein lohnendes Reiseziel. Welche Anbieter es gibt und wo Sie die nächste Ladesäule finden, haben wir bereits für Sie recherchiert.

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