Carsharing: lohnt es sich privat und geschäftlich wirklich?

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Lesedauer: 7 Minuten
Beitragsbild Teilauto und CarSharing

Alle Vor- und Nachteile von Carsharing und der sächsische Anbieter teilAuto im Portrait, umschalten.de klärt auf!

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Mobilität in Deutschland hat viele Gesichter. Manche Menschen leben in der Stadt und können ihren kompletten Alltag mit dem Fahrrad und dem ÖPNV bewältigen. Andere müssen zu ihrem Arbeitsplatz pendeln oder sind gar beruflich komplett auf das eigene Fahrzeug angewiesen. Trotzdem ist der Begriff „Verkehrswende“ nicht ohne Grund stark in Politik und Medien vertreten. Sowohl dank des demografischen- und gesellschaftlichen Wandels als auch aus klimaschutztechnischen Gründen ist es sehr wichtig, die Verkehrswende anzugehen und Lösungsmöglichkeiten zu entwickeln. Eine dieser Lösungsmöglichkeiten ist das Carsharing. Grundsätzlich ist Carsharing eine gemeinschaftliche Nutzung eines (E-)Autos auf der Grundlage von bestimmten vertraglichen Rahmenbedingungen. Das Konzept erfreut sich besonders in ballungsstarken Gebieten großer Beliebtheit. Umschalten.de hat beim sächsischen Carsharing-Anbieter teilAuto nachgefragt. Wie funktioniert Carsharing für Privat- und Geschäftskunden eigentlich? Was zeichnet teilAuto aus? Welche Rolle spielt Elektromobilität im Carsharing Markt?

Wie funktioniert Carsharing?

Ganz kurzgefasst: Kommerzielles Carsharing (zu Deutsch „Auto teilen“) ist nichts anderes als das Mieten eines Fahrzeugs, wie Sie es schon kennen, aber deutlich schneller, einfacher und spontaner. Man vereinbart mit dem Anbieter einen Rahmenvertrag. Das Grundprinzip von Carsharing ist bei den meisten Anbietern ähnlich: Nutzerinnen und Nutzer müssen sich im Vorfeld über eine App registrieren, ihre Zahlungsinformationen und den Führerschein hinterlegen und vom Anbieter nach einer Prüfung freigeschaltet werden. Dies dauert selten länger als 1-2 Werktage. Damit haben Sie das Gröbste eigentlich auch schon hinter sich. Empfehlenswert ist es, sich mit den Konditionen der Anbieter vertraut zu machen. Die Kosten variieren stark und liegen weit zwischen vier und 19 Euro pro Stunde und die Kosten-Nutzen-Rechnung hängt stark von der jährlichen Fahrleistung ab.


Nach erfolgreicher Freischaltung steht einer spontanen Fahrt nichts mehr im Wege. Einfach in der App das Fahrzeug der Wahl auswählen und öffnen. Die meisten Anbieter führen eine Schadensliste in den Apps. Prüfen Sie das Fahrzeug also vor Fahrtantritt auf Beschädigungen, so sichern Sie sich ideal ab.

Der Bordcomputer des Fahrzeugs protokolliert automatisch die gefahrenen Kilometer. Sobald die Fahrt beendet werden soll, kann das Fahrzeug an einem der vielen Parkplätze des Anbieters abgestellt werden. Sollten diese Parkplätze belegt sein, bieten viele Anbieter Alternativen an, um das Fahrzeug auch an anderer Stelle abgeben zu können.

 

Man unterscheidet hier zwischen „Free-floating“ und stationsbasiertem Carsharing. Beim stationsbasierten Carsharing muss das Fahrzeug immer zurück an eine „Station“ zurückgebracht werden, um die Fahrt zu beenden. Durch dieses System ist die Buchung eines Fahrzeugs kurzfristig und über einen großen Zeitraum im Voraus möglich, dafür muss der Endzeitpunkt der Fahrt ebenfalls schon im Voraus geplant werden. Im Gegensatz dazu gibt es beim „Free-floating“ Carsharing keinen festen Standort für das Fahrzeug. Es kann ganz einfach überall abgestellt werden, wo man auch sonst ein Fahrzeug abstellen darf. Durch dieses System haben Nutzerinnen und Nutzer ein Maximum an Flexibilität, können sich aber dafür nicht schon lange vor Fahrtantritt ein Fahrzeug reservieren.

Bloggrafik Funktionsweise Carsharing
Quelle: eigene Darstellung mit Elementen von shutterstock/petovarga

Was sind die Vor- und Nachteile von Carsharing?

Zum einen profitieren sowohl Privat- als auch Geschäftskunden vom Wegfall des Anschaffungspreises für ein Fahrzeug. Bei gelegentlicher Nutzung liegt auch der Preis pro gefahrenem Kilometer deutlich unter dem eines privaten Fahrzeugs. Hinzu kommt noch einiges an Komfort: Um Reparaturen und Wartung müssen Sie sich keine Sorgen mehr machen, der eigens angemietete Stellplatz ist nicht mehr notwendig und die Kosten für Strom/Kraftstoff sowie Steuern und Versicherungen sind schon im Preis inkludiert. So können Sie sich neben dem Geld vor allem auch eine ganze Menge Stress und Aufwand sparen.

 

Wie viel Geld Sie genau sparen können, müssen Sie anhand Ihres eigenen Fahrerprofils evaluieren. Hilfreich ist die Übersicht zu allen Autokosten von A bis Z des ADAC. Hier können Sie ganz einfach einsehen, was Sie Ihr Wunschauto monatlich kostet, komplett inklusive Wertverlust, Service, Reparaturen und Betriebskosten. Wenn Sie beispielsweise über den Kauf eines ID.3 Pro Performance nachdenken, kostet Sie das Modell 656€ monatlich. Der nächste Schritt ist es, darüber nachzudenken, wie Sie das Fahrzeug durchschnittlich wirklich nutzen. Wir setzen in unserem fiktiven Beispiel sechs Kurzfahrten pro Woche und eine Wochenendfahrt pro Monat an. Jetzt können wir evaluieren, was die gleichen Fahrten über einen Carsharing-Anbieter kosten würden. Auf der Übersichtsseite von teilAuto gibt es praktische Beispielfahrten und deren Kosten in den unterschiedlichen Tarifen. Die sechs Kurzfahrten pro Woche (2,5 Stunden, 15 km) und eine Wochenendfahrt pro Monat (2 Tage, 250 km) würden hier 390,52€ im teuersten Tarif kosten. Bei dieser durchschnittlichen Fahrzeugnutzung würden ein Carsharing-Nutzer monatlich knapp 265€ sparen!

 

Wenn Sie testen wollen, ob Elektromobilität etwas für Sie ist, können Sie das über Ihren Carsharing-Anbieter ebenfalls ganz einfach tun(?). Es gibt aber auch den ein oder anderen Nachteil. Besonders Flexibilität und Spontanität sind sehr von der Abdeckung des Anbieters in der eigenen Region abhängig. Wenn Sie eher ländlich wohnen, ist es aktuell unwahrscheinlich, dass Sie im gleichen Maße von den Vorteilen des Carsharings profitieren wie Menschen, die in der Stadt zu Hause sind. Auch gibt es keine Garantie, dass Ihnen zu jeder Zeit ein freies Fahrzeug zur Verfügung steht. Obwohl die Carsharing-Anbieter immer sehr bemüht darum sind, das Angebot der Nachfrage anzupassen, kann es doch ärgerlich sein, kein Fahrzeug zu bekommen, wenn man eines braucht.

Vorteile:

Nachteile:

Warum ist Carsharing besonders für Geschäftskunden interessant?

Die Vorteile des Carsharings gelten nicht nur für Privatkunden, auch Unternehmen können über eine Kooperation mit einem Carsharing-Anbieter den nächsten Schritt bei der Entwicklung ihres Fuhrparks gehen. Die Vorteile liegen auch hier auf der Hand: Mitarbeitende können kurze Geschäftswege flexibel und spontan mit den Carsharing-Fahrzeugen erledigen. Dafür ist allerdings keine große Investition in einen eigenen Fuhrpark nötig und der organisatorische Aufwand ist gering. Die Abrechnung erfolgt automatisch, ohne dass ein kompliziertes Fahrtenbuch geführt werden muss. Die einzige Voraussetzung ist genügend Platz, um einen Parkplatz des Carsharing-Kooperationspartners zu errichten. Ganz nach Ihren Bedürfnissen können unter Absprache auch mehrere Parkplätze errichtet werden. So ermöglichen Sie auch Besucherinnen und Besuchern Ihres Unternehmens das angenehme Carsharing-Angebot zu nutzen.

 

Zwei nicht zu unterschätzende Faktoren sind zudem die Möglichkeit, durch eine Kooperation mit einem Carsharing-Anbieter den ersten Schritt in Richtung Elektromobilität zu machen und den eigenen Nachhaltigkeitszielen einen Schritt näher zu kommen. Viele Unternehmen schätzen die (teilweise) Umstellung auf Elektromobilität als sehr viel aufwendiger ein, als sie eigentlich ist. Durch die Variante E-Auto Carsharing können Sie denkbar einfach Elektromobilitätsangebote schaffen und für sich als Unternehmen austesten, inwiefern ein E-Auto zu ihren Anforderungen passt.

Carsharing Anbieter im Portrait: teilAuto

Wir haben bei Marcus Buchfeld (Regionalleiter Dresden) von teilAuto nachgefragt und einige interessante Details über das Unternehmen und das Geschäftsfeld des Carsharings herausfinden können.

Carsharing Anbieter im Portrait
Eric Wegner von SachsenEnergie im Gespräch mit Marcus Buchfeld, Regionalleiter teilAuto Dresden

Vermutlich haben Sie schon Fahrzeuge der Flotte von teilAuto auf den Straßen gesehen. Der Anbieter ist der Größte in Mitteldeutschland und zeichnet sich durch das dichte Stationsnetz aus. Aktuell umfasst ihr Fuhrpark weit über 400 Fahrzeuge an über 200 Standorten, davon rund 70 E-Autos. Das Geschäftsfeld der Elektromobilität ist für das Unternehmen ein ganz besonders interessantes. Hier konnte teilAuto durch die Diversifizierung der Flotte schon einige Erfolge verbuchen. Generell entwickelt sich das Geschäftsfeld des Carsharings laut eigenen Aussagen sehr gut. Grundsätzlich sind beim Carsharing Nachfrage und Angebot in den vergangenen zehn Jahren kontinuierlich gewachsen. Die Covid-19-Pandemie hat für einen gewissen Wirbel gesorgt. Während der ersten Lockdown-Phasen brach die Nutzung zunächst ein, während der Pandemie-Sommer 2021 und 2022, als alle Urlaub in Deutschland gemacht haben schnellte sie wieder extrem hoch. Aktuell pegelt sich alles wieder auf dem ursprünglichen Niveau ein. Gleichzeitig wird das Thema E-Carsharing immer größer. Elektromobilität bringt zugleich neue Herausforderungen mit sich. So bedeutet die kostenintensive Errichtung und Instandhaltung von Ladestationen an den eigentlichen Stellplätzen zusätzlichen Aufwand für das Unternehmen. Auch ist die Elektromobilität für viele Kundinnen und Kunden ungewohnt, so entstehen Fehler bei der Nutzung, die für teilAuto aktuell ebenfalls einen Mehraufwand darstellen.

teilAuto sieht Carsharing stets als Ersatz für privaten PKW-Besitz. Das Prinzip funktioniert durch Ergänzung mit dem Fahrrad, Fußverkehr oder dem ÖPNV. Ein mit dem Fahrrad oder zu Fuß zurückgelegter Weg ist dem Anbieter immer am liebsten. Für die Situationen, in denen man aber wirklich auf ein Fahrzeug angewiesen ist, soll das Carsharing die praktischste, günstigste und nachhaltigste Möglichkeit sein. Um das auch langfristig für die Nutzerinnen und Nutzer von teilAuto sicherstellen zu können, ist für den Anbieter Preisstabilität ein extrem hohes Gut, für das sie hart arbeiten. In den vergangenen 15 Jahren gab es bei teilAuto lediglich eine einzige moderate Preiserhöhung. Kaum ein anderer Mobilitätsdienstleister ist so preisstabil!

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Carsharing Praxisbeispiel: Städtisches Klinikum Dresden

Wie kann die Umsetzung eines Carsharing Projekts in einem Unternehmen aussehen? Das Best Practice Beispiel Städtisches Klinikum Dresden zeigt es! Ausgangslage war, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter viele kleinere dienstliche Kurzstrecken innerhalb der Stadt fahren. Nach einer internen Evaluation des Städtischen Klinikums wurde schnell klar, dass sowohl Elektromobilität als auch das Prinzip des Carsharings perfekt zu den Anwendungszwecken des städtischen Klinikums Dresden passen. Schon von Anfang an gab es die besten Voraussetzungen: eine hohe Motivation unter den Mitarbeitenden für das Projekt, mehrere Klinikstandorte in der Stadt und die Möglichkeit, Raum für die benötigte Infrastruktur zu schaffen. Es fehlten also nur noch die passenden Partner.

 

Hier kamen teilAuto und die SachsenEnergie ins Spiel. Als Experten auf ihrem jeweiligen Gebiet standen sie dem Städtischen Klinikum Dresden mit Rat und Tat zur Seite. teilAuto mit ihrer Erfahrung auf dem Gebiet des Carsharings und die SachsenEnergie beim Aufbau der für die E-Autos benötigte Ladeinfrastruktur sowie der Nutzung des großen Ladenetzwerks der SachsenEnergie über die SachsenEnergie Ladekarte. Das Ergebnis überzeugt: Die Mitarbeitenden nutzen das E-Carsharing-Angebot sehr gern und das Städtische Klinikum Dresden hat mit den Klinikstandorten wahren Pioniergeist auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Mobilität gezeigt.

Praxisbeispiel Carsharing Klinikum Dresden
Ein Praxisbeispiel für Carsharing für Unternehmen: Herr Kiefer vom Städtischen Klinikum Dresden mit einem “teilAuto”-Fahrzeug.
Quelle: teilAuto

Carsharing: Ein Konzept für nachhaltigere Mobilität!

Carsharing ist schon heute ein erfolgreiches Konzept, ganz egal, ob es mit Verbrennern oder E-Autos genutzt wird. Besonders interessant ist allerdings die Entwicklung auf dem Bereich der Elektromobilität. Die großen Vorteile sind erstens flexibel und spontane, kürzere Strecken fahren zu können und zweitens damit einen eigenen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten, ohne sich um Anschaffung, Steuern oder Reparaturen kümmern zu müssen. Die gleichen Vorteile hat man allerdings nicht überall: je nach Wohnort ist die Abdeckung der Carsharing-Anbieter noch nicht ausreichend. Was nicht ist, kann aber noch werden, schließlich befindet sich das Geschäftsfeld des Carsharings in stetigem Wachstum.

 

Das Praxisbeispiel des Städtischen Klinikums Dresden, teilAuto und der SachsenEnergie zeigt eindrucksvoll, wie nützlich Carsharing auch für Geschäftskunden sein kann. Es empfiehlt sich, Carsharing als Ergänzung für die betriebliche Mobilität, z.B. in der Verwendung als Pool-Fahrzeuge, intensiv zu betrachten.

 

Falls Sie weitere Fragen zu diesem Thema haben, schreiben Sie uns gern unter frag@umschalten.de!

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Ein Beitrag von Eric Wegner

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