E-Ladestationen in Tiefgaragen: Diese Rolle spielt der Brandschutz!

Lange wurde die Installation von Ladestationen für Elektroautos in Tiefgaragen von Feuerwehren kritisch gesehen. Mittlerweile ist aber klar, dass der Ladevorgang an sich keine Gefahr darstellt. Für die Installation und das Laden von Elektrofahrzeugen in Tiefgaragen sind somit keine besonderen Brandschutzvorschriften zu beachten. Das macht die Einrichtung von Ladestationen in Tiefgaragen vergleichsweise einfach.

Wir zeigen Ihnen, worauf Sie achten müssen.

Keine Sonderregeln für Elektroautos beim Brandschutz

Der Brandschutz von Elektrofahrzeugen ist seit 2015 EU-weit geregelt: Nach UNECE R 100 gelten keine besonderen Brandschutzvorschriften beim Laden von Elektrofahrzeugen.

Ladestationen gehören zur technischen Gebäudeausrüstung

Für Fuhrparkbetreiber gilt daher, dass Ladestationen in Tiefgaragen und das Aufladen von Elektrofahrzeugen keine Nutzungsänderung der Anlage darstellen. Anders als Zapfsäulen für Kraftstoffe sind Ladestationen somit nicht erlaubnispflichtig. Sie werden als Teil der Leitungsanlage betrachtet und sind somit Bestandteil der technischen Gebäudeausrüstung. Für den Brandschutz müssen die Regeln der jeweiligen Landesbauordnung sowie der Leitungsanlagen-Richtlinie eingehalten werden.

Grundsätzlich ist damit die Errichtung von Leitungsanlagen in Tiefgaragen zulässig. Die Installation von Ladestationen ist nicht genehmigungsbedürftig: Sie werden wie Steckdosen und elektrische Verteiler behandelt. Zu beachten sind insbesondere die Vorgaben zur Zulässigkeit von Leitungsanlagen in Rettungswegen sowie die Leitungsführung. Der Gebäudeeigentümer sollte sich daher mit der Garagenverordnung des jeweiligen Bundeslandes vertraut machen. Zudem ist es ratsam, ergänzend zum Brandschutzkonzept eine Gefährdungsbeurteilung durchführen zu lassen.

Ladestation für Elektroauto in Tiefgarage

Die richtige Dimensionierung beachten

Entscheidet sich der Tiefgaragen-Betreiber für den Einbau von Ladestationen, sollte er die weiteren Überlegungen immer einem Elektroplaner überlassen. Der prüft im Einzelfall die ortspezifischen Vorgaben und kann die Mindestanforderungen richtig abschätzen. Das betrifft zum Beispiel Fehlerstromschutz.

Wann Sie den Netzbetreiber mit ins Boot holen sollten

Neben einem Elektroplaner ist es generell ratsam, Ihren jeweiligen Netzbetreiber vor der Installation einer Ladestation einzubeziehen. Insbesondere bei der Bewertung des Gleichzeitigkeitsfaktors, der berücksichtigt, wie viele Elektroautos parallel laden und bei Fragen rund um das Lastmanagement zur Optimierung der Anschlussleistung ist der Netzbetreiber der richtige Ansprechpartner.

Und auch, wenn keine allgemeine Meldepflicht besteht, ist es immer sinnvoll, selbst den Anschluss einer kleineren Wallbox mit 3,7 kW bekanntzugeben. Dadurch ist die Anmeldung der Anlage an den Netzanschluss abgesichert und künftige Netzbelastungen können im Vorfeld erkannt werden. Ab einer Leistung von 22 kW muss hingegen die Zustimmung vom örtlichen Netzbetreiber vor Beginn der Installation eingeholt werden.

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Fazit: Ladestationen in Tiefgaragen: Kein Problem für den Brandschutz

Mit der Einrichtung von Ladestationen bieten Tiefgaragenbetreiber ihren Nutzern einen modernen Service. Genehmigungen und spezielle Brandschutzvorkehrungen sind häufig nicht notwendig. Allein die Vorgaben der jeweiligen Landesbauordnung und der Leitungsanlagen-Richtlinie gilt es einzuhalten. Eine kompetente Beratung sollten Sie dennoch in Anspruch nehmen. Wir begleiten Sie bei Ihrem Vorhaben und unterstützen Sie bei der Installation einer Ladestation in Ihrer Tiefgarage. Fragen Sie einfach bei frag@umschalten.de an.

Bloggrafik Tiefgarage

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