Steuervorteil fürs E-Dienstauto seit 1.1.2019! (Aktualisierter Artikel)

Ab 2019 lohnt es sich noch mehr, auf einen Dienstwagen mit Elektro- oder Hybridantrieb umzusteigen. Nun hat auch der Bundesrat die Halbierung des geldwerten Vorteils bei Stromern beschlossen.

Sie planen die Neuanschaffung eines Firmenwagens? Dann könnten Sie nun von der im Bundesrat bestätigten Gesetzesänderung profitieren. Denn ab 1. Januar 2019 wird die Privatnutzung von Elektro- und Hybrid-Dienstwagen, die mehr als zur Hälfte dienstlich genutzt werden, monatlich nur noch mit 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises als geldwerten Vorteil besteuert. Bei Benzin- und Dieselmodellen gilt weiterhin die Ein-Prozent-Regel. Am konkreten Beispiel entspräche das einen monatlichen Vorteil von 180 Euro oder 37,5 Prozent für den Fahrer, ungeachtet des zu versteuernden Arbeitsweges:

VW e-Golf (BEV, 136 PS)VW Golf Highline (Benzin, 150 PS)
Bruttolistenpreis: 35.900 Euro (exkl. Umweltbonus)Bruttolistenpreis*: 31.160 Euro
Davon 0,5 Prozent = 179,50 Euro zu versteuernder geldwerter Vorteil pro MonatDavon 1 Prozent = 311,60 Euro zu versteuernder geldwerter Vorteil pro Monat

*zur Vergleichbarkeit wurden Ausstattungen hinzugefügt, die beim e-Golf serienmäßig sind

Das heißt die Neuerung konkret

Die neue Regelung gilt für alle Fahrzeuge, die im Zeitraum 1.1.2019 bis 31.12.2021 zugelassen werden, dies geschieht in der Regel mit der Auslieferung beim Kunden. Der geldwerte Vorteil erhöht dabei in der Gehaltsabrechnung das Steuer- und Sozialversicherungspflichtiges Brutto des Fahrzeugnutzers, der das Fahrzeug auch privat zur Verfügung hat und unterliegt dabei dem individuellen Steuersatz, sowie den persönlichen sozialversicherungsrechtlichen Abzugsbedingungen des Mitarbeiters. Die finanzielle Ersparnis ergibt sich letztendlich aus der Absenkung auf 0,5 Prozent des Bruttolistenpreises und halbiert somit insbesondere die Steuerlast für ein privat genutztes Dienstfahrzeug. Im Gesetz steht eine Halbierung der Berechnungsgrundlage, d.h. nur 50 Prozent des Bruttolistenpreises. Bitte berücksichtigen Sie, dass sich durch die Halbierung der Bemessungsgrundlage nicht gleich auch die Steuer halbiert. Hintergrund ist der progressive Verlauf des Steuersatzes. Bei der Entscheidung für den nächsten Dienstwagen könnte diese Reduzierung ein Kriterium sein, sich für ein E- oder Hybrid-Auto zu entscheiden. Der Kaufzuschuss von 4.000 Euro für E-Fahrzeuge bzw. 3.000 Euro für Hybridfahrzeuge bleibt davon unberührt.

Aber Achtung! Die neue Regelung gilt nur für reine Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybride, die die Maßgabe des Elektromobilitätsgesetz erfüllen. Dies bedeutet konkret, das Fahrzeug

  • muss extern aufladbar sein und
  • darf maximal 50 g CO2/km emittieren oder muss eine rein elektrische Reichweite von mindestens 40 km aufweisen.

Diese Maßgabe ist streng. Hinzu kommt, dass diese Werte bei Neuwagen im erst kürzlich eingeführten, strengeren WLTP-Verfahren erreicht werden müssen. Welche PHEVs bzw. Plug-in-Hybride genau von der neuen Regelung erfasst werden, ist aktuell noch nicht genau abzusehen. Große Hersteller wie Volkswagen oder Daimler haben neue Plug-in-Modelle für Anfang 2019 angekündigt. Die neue Regelung gilt jedoch prinzipiell auch für Gebrauchtwagen, für die Berechnung wird hier ebenso der Bruttolistenpreis als Neuwagen herangezogen. So kann beim Kauf und bei der Haltung des Fahrzeugs gespart werden. Da bei älteren Fahrzeugen mitunter noch das ungenauere NEFZ-Verfahren gültig sein kann, kann sich hier eine genaue Rückfrage beim Händler sowie ein Blick in die Zulassung lohnen.

umschalten.de hat den Mittelstandsverband BVMW Landesverband Sachsen gefragt, wie sie die die steuerliche Neuerung für sächsische Unternehmen einschätzen:

Der BVMW fordert schon seit längerem eine zeitlich begrenzte Reduzierung des geldwerten Vorteils für Arbeitnehmer für privat genutzte E-Dienstwagen. Der Vorschlag der Bundesregierung ist deshalb begrüßenswert. Allerdings sind weitere Maßnahmen, wie eine Sonderabschreibung für Ladestationen auf Betriebsgeländen dringend notwendig, um die Attraktivität der E-Mobilität zu erhöhen.

Der Mittelstandsverband BVMW Landesverband Sachsen führt zudem an, dass die Kosten für Plug-in-Hybride und Elektrofahrzeug bei der Anschaffung noch hoch sind. Zusatzkosten sollten nicht auf den geldwerten Vorteil des Arbeitnehmers übertragen werden, andernfalls würde das die Nutzer von Elektrofahrzeugen bestrafen. Die neue Regelung sei zudem an dem bekannten und verständlichen System der Ein-Prozent-Regel orientiert. So erfolge die Berechnung möglichst einfach und für die Arbeitnehmer verständlich.

Welche Regelung gilt bei Plug-in-Hybriden, die die Maßgaben nicht erfüllen?

Bei PHEVs, deren Emissionswerte oder elektrische Reichweiten die Maßgaben des Elektromobilitätsgesetzes nicht erfüllen, wird die alte Regelung herangezogen. Hierbei bildet die Batteriekapazität die Basis für die Reduzierung des geldwerten Vorteils. Pro speicherbare Kilowattstunde (kWh) werden 500 Euro vom Bruttolistenpreis abgezogen, maximal jedoch 10.000 Euro.

Wir aktualisieren diesen Artikel weiterhin, insofern sich neue Informationen ergeben, sodass Sie auf umschalten.de stets aktuelle Fakten zur Elektromobilität für den Mittelstand erwarten können.

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