Förderung öffentlicher Ladeinfrastrukturen – Vom Antrag bis zur Ladesäule (Aktualisierter Beitrag)

Der Bund fördert die Installation und den Betrieb von Ladesäulen im öffentlichen Raum. Was gefördert wird und wie wir Sie dabei unterstützen, zeigen wir Ihnen in unserem neuen Blogartikel.

Der Erfolg der Elektromobilität hängt vor allem vom Aufbau eines bedarfsgerechten, flächendeckenden und nutzerfreundlichen Ladeinfrastrukturnetzes ab. Denn wenn im öffentlichen Raum eine ausreichende Anzahl an Ladesäulen verfügbar ist, gewinnen Elektrofahrzeuge deutlich an Attraktivität. Ein Förderprogramm des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt interessierte Kommunen und Unternehmen dabei. Viele Unternehmer stellen sich die gleichen Fragen. Wir geben Ihnen die Antworten und zeigen Ihnen, was gefördert wird und worauf es bei der Antragsstellung ankommt.

Was wird gefördert?

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur fördert regelmäßig den flächendeckenden Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge. Bisher gab es vier Förderaufrufe. Der Vierte endete am 30. Oktober 2019. Nun ist endlich der nächste, fünfte Förderaufruf gestartet und Antragssteller haben wieder bis 17.06.2020 die Möglichkeit, sich die Errichtung öffentlicher Ladeinfrastruktur fördern zu lassen.

Ziel des Förderprogramms ist es, einen funktionierenden und breiten Wettbewerb zwischen Anbietern von Ladeinfrastruktur zu etablieren und eine bedarfsgerechte Verteilung von Ladepunkten über das gesamte Bundesgebiet hinweg zu erreichen. Daher wird insbesondere bei den Standorten beantragter DC-Infrastruktur genau hingesehen. Die Höhe der Förderquote unterscheidet sich je nachdem, wo Infrastruktur errichtet werden soll. Standorte mit hohem Bedarf finden sich in dieser Karte (mit Daten der Ingenieurgruppe IVV, Berechnung durch ISB, DLR, RLI) in den blau-markierten Bereichen. Diese erhalten eine höhere Förderung als solche in den grauen Bereichen

Welche Fördermöglichkeiten können in Anspruch genommen werden und welche Rahmenbedingungen gibt es?

Die Ladeinfrastruktur und der zugehörige Netzanschluss werden mit einer Förderquote zwischen 30 und 50 Prozent vom Bund gefördert. Die Höhe richtet sich neben dem Standort nach der Art des Ladepunktes. Normalladepunkte bis 22 kW werden mit bis zu 40 Prozent und bis höchstens 2.500 Euro gefördert. DC-Schnellladepunkte ab 22 kW mit bis zu 50 bzw. 30 Prozent, je nach Standort. Zudem gilt für DC-Schnellladepunkte ab 100 kW eine höhere maximale Fördersumme von bis zu 30.000 €, während zwischen 22 und 100 kW maximal 12.000 Euro förderfähig sind.

Normallade-Karte (N-Karte)
Normalladepunkte bis 22 kWmax. 40 Prozent,
höchstens 2.500 €
Schnelllade-Karte (S-Karte)
DC-Schnellladepunkte ab 22 kWmax. 30 Prozent,
höchstens 9.000 €
max. 50 Prozent,
höchstens 12.000 €
DC-Schnellladepunkt ab 100 kWmax. 30 Prozent,
höchstens 23.000 €
max. 50 Prozent,
höchstens 30.000 €

Ein zentrales Kriterium stellt zudem das Verhältnis Förderkosten zu Kilowatt (kW) neugeschaffener Ladeleistung dar. Je geringer die Kosten pro kW, desto wirtschaftlicher wird der Förderantrag bewertet.

Was versteht man unter öffentlichem Raum?

Die Förderung des Bundes wird nur für Ladesäulen gewährt, die im öffentlichen Raum aufgestellt und betrieben werden. Das bedeutete bisher, dass eine Ladesäule 24 Stunden am Tag (24/7) zugänglich sein muss. Im aktuellen Förderaufruf ist erstmals auch eine Förderung von Ladesäulen möglich, die nur 12 Stunden werktags zugänglich sind (12/6). In diesem Fall reduzieren sich die jeweils geltenden maximalen Förderquoten und -beträge jedoch auf die Hälfte. Wenn Sie auf Ihrem Unternehmensgelände über einen öffentlich zugänglichen Parkplatz verfügen oder ein gewisser Teil des Geländes von jedem befahren werden darf, kommt eine Förderung somit bereits für Sie in Frage. Auch wenn die Ladepunkte grundlegend für Ihre Angestellten gedacht sind, können dadurch auch andere Elektroautofahrer Ihre Infrastruktur nutzen.

Vorausgesetzt wird hierbei, dass jede Säule über ein automatisiertes Abrechnungssystem verfügt, das per App oder Chipkarte funktioniert. Vertragsgebundenes Laden mit Zugang per RFID-Karte oder App muss ebenso gewährleistet sein wie Ad-hoc-Laden. Mittels Roaming ist sicherzustellen, dass Vertragskunden anderer Elektromobilitätsprovider der Zugang zur Ladeinfrastruktur gewährt wird.  Über eine Plattform oder App müssen die Ladepunkte auffindbar sowie der dynamische Belegstatus einsehbar sein. Die Ladeinfrastruktur ist außerdem über zertifizierten Ökostrom zu versorgen.

Welche Anwendungsfälle gibt es bereits?

Besonders Kommunen nehmen die Förderung ihrer Ladesäulen in Anspruch. Aber auch in der Privatwirtschaft ist die finanzielle Unterstützung des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur beliebt. Ein Großteil der Unternehmen, die sich die Ladeinfrastruktur fördern lassen, verfügt von vornherein über öffentlichen Raum auf firmeneigenem Gelände. Dazu gehören zum Beispiel Hotels und Einkaufszentren. Zusätzlich dazu nehmen auch immer mehr Supermärkte die Förderung in Anspruch. Für Eventlocations werden Ladepunkte für Elektroautos ebenfalls zunehmend interessant. Häufig kommt der Impuls für die entsprechende Ladeinfrastruktur von Kunden der Unternehmen. Auch wenn der Bedarf somit nicht primär vom Unternehmen ausgeht, lassen sich Ladesäulen in diesen Fällen als Imagefaktor einsetzen.

Wie stellt man am besten einen Antrag auf Förderung?

Alle Informationen rund um die Antragsstellung und das Bewilligungsverfahren finden Sie auf der Homepage der Bundesanstalt für Verwaltungsdienstleistungen (BAV). Anträge sind innerhalb der Frist über das elektrische Antragsportal easy-Online einzureichen.

Wie hoch sind die Chancen auf Förderung und wie geht es nach der Antragsstellung weiter?

In den letzten Förderrunden waren die Chancen auf Bewilligung sehr gut. Pro definierter Flächeneinheit bzw. Kachel wird eine bestimmte Anzahl an Ladesäulen gefördert. Gehen mehr Anträge beim Bundesministerium ein, entscheidet die Wirtschaftlichkeitskomponente darüber, wer den Zuschlag bekommt. Danach rechnet man im Allgemeinen mit einer Bearbeitungszeit von durchschnittlich sechs Monaten. Erfolgt die Bewilligung der Förderung, bleiben Ihnen 12 Monate, um die Mittel abzurufen. Zu beachten gilt, dass mit einem erfolgreichen Förderungsbescheid eine sechs Jahre lange Zweckbindungsfrist einhergeht. Die Infrastruktur muss über die gesamte Dauer fachgerecht betrieben und gewartet werden und Halbjahresberichte sind zu erstellen.

DREWAG und ENSO unterstützen Sie bei Ihrem Antrag auf Förderung

Förderanträge können zeitaufwendig und kompliziert sein. Daher unterstützen die Energiedienstleister DREWAG und ENSO Sie gern bei der Vorbereitung und Stellung eines Antrags auf Förderung Ihrer Ladeinfrastruktur im öffentlichen Raum. Gemeinsam planen werden die Ladepunkte geplant, die nötigen Rahmenbedingungen geklärt und dann Betrieb und Wartung der Infrastruktur übernommen. Weiterhin werden die Abrechnung gegenüber dem Fördermittelgeber durchgeführt und die Berichtspflicht übernommen. Der Fördermittelgeber wünscht die Meldung der Inbetriebnahme sowie die Übermittlung von Halbjahresberichten während der sechsjährigen Mindestbetriebsdauer. Diese umfassen z.B. die Nutzung der jeweiligen geförderten Ladestation.

Wir informieren Sie, sobald das Onlineformular für Sie zur Verfügung steht. Bis dahin schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an: frag@umschalten.de