Elektroauto Förderung: Das sollten Sie 2020 wissen (Aktualisierter Beitrag)

Knapp 174.000 Anträge zur Elektroauto Förderung sind bis 31. Januar 2020 beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle eingegangen. Batterieelektrische Fahrzeuge, Autos mit Plug-in Hybridantrieb oder Wasserstofffahrzeuge auf dieser Liste konnten seit 19. Februar 2020 mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden. Im Zuge der Corona-Krise wurde nun zeitlich begrenzt bis Ende 2021 der Zuschuss des Bundes noch einmal erhöht, sodass aktuell bis zu 9.000 € für neue E-Fahrzeuge gewährt werden. Bereits im Herbst letzten Jahres wurde durch die Bundesregierung angekündigt, dass die Fördersumme pro Fahrzeug erhöht werden soll. Alle wichtigen Neuerungen 2020 sowie einen Überblick zu den aktuellen Förderprogrammen haben wir in diesem Artikel für Sie zusammengefasst.

BAFA: Besonders Unternehmen beantragen die Förderung fürs Elektroauto 

56 Prozent der Anträge für die Elektroauto Förderung wurden von Unternehmen eingereicht. Das entspricht 98.500 Anträgen. Die beliebtesten Hersteller sind dabei BMW, Renault und Volkswagen, unabhängig vom Antragssteller selbst. Die Top 10 sind smart, Mitsubishi, Streetscooter, Tesla, Hyundai, Mercedes- Benz und Audi.

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Umweltbonus fürs Elektroauto: Quo vadis „Kaufprämie“?

Elektrofahrzeuge sind für Unternehmen interessant. Ein wichtiges Investitionsargument dabei ist die Förderung durch das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA, im Rahmen des Umweltbonus. Bereits im November 2019 kündigte die Bundesregierung an, die maximale Fördersumme pro Fahrzeug von 4.000 auf 6.000 Euro zu erhöhen.

Seit 19. Februar 2020 gewährten Bund und Automobilhersteller jeweils einen Zuschuss von bis zu 3.000 Euro bei der Neuzulassung eines Elektrofahrzeugs mit einem Nettolistenpreis bis 40.000 Euro. Diese neue Regelung galt auch rückwirkend für alle Fahrzeuge, die nach dem 4. November 2019 zugelassen wurden. Fahrzeugbesitzer, die einen Antrag auf den vorherigen niedrigen Zuschuss bereits eingereicht hatten, konnten so auch nachträglich noch profitieren.

Im Zuge der Corona-Krise wird nun der Anteil der Bundesregierung am Umweltbonus erneut erhöht. Zeitlich begrenzt bis zum 31.12.2021 sind dadurch für Neuzulassungen ab 04.Juni 2020 bis zu 9.000 € Zuschuss beim Kauf eines E-Fahrzeugs möglich!

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Die in der Grafik dargestellten Fördersummen gelten bis zum 31.12.2021.

Elektroautos, die mehr als 40.000 Euro im Nettolistenpreis kosten, können durch die Maßnahme mit bis zu 7.500 Euro gefördert werden. Plug-in-Hybridfahrzeuge werden ebenso bezuschusst. Günstigere Modelle unter 40.000 Euro NLP werden um 6.750 Euro rabattiert, Fahrzeuge über diesem Netto-Listenpreis um 5.625 Euro.

E-Auto-Förderung: So profitieren E-Dienstwagen von Steuervergünstigungen

Neben der bekannten Kaufprämie gibt es zahlreiche weitere steuerliche Vorteile, wenn Sie oder Ihre Mitarbeiter ein Elektroauto dienstlich fahren. Bundestag und Bundesrat haben dazu noch im letzten Jahr ein neues Gesetz beschlossen, das weitere Vergünstigungen gewährt.

Der geldwerte Vorteil, den Arbeitnehmer mit einem Elektro-Dienstwagen monatlich versteuern müssen, sinkt zum 01.01.2020 von 0,5 % nochmals um die Hälfte auf 0,25 % des Bruttolistenpreises, jedoch nur für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge bis zu einem Bruttolistenpreis von 40.000 Euro. „Das erhöht zwar die Attraktivität eines Elektro-Dienstwagens, die Fahrzeugauswahl ist jedoch durch den maximalen Bruttolistenpreis relativ eingeschränkt.“, so die Produktmanagerin Lisa Troeger. Die 0,5-Prozent-Regelung  bleibt für Plug-In-Hybridfahrzeuge weiter bestehen. Sofern sie nach dem 31.12.2018 angeschafft wurden, je gefahrenen Kilometer höchstens 50 Gramm Kohlendioxidemission ausstoßen und eine elektrische Reichweite von mindestens 40 Kilometern erreichen. Ab 01. Januar 2022 muss die Mindestreichweite von Plug-In-Hybridfahrzeugen für die 0,5%-Regelung dann mindestens 60 Kilometer und ab 01. Januar 2025 80 Kilometer betragen.

Die neue Regelung bedeutet im Konkreten, dass ein VW Golf Highline mit 130 PS Benzinmotor (Bruttolistenpreis 28.020 Euro) und ein VW e-Golf mit vergleichbarer Ausstattung und 136 PS Elektromotor (Bruttolistenpreis 31.900 Euro) den Dienstwagenfahrer mit gerade einmal 79,75 Euro statt 280,20 pro Monat steuerlich belastet. Diese Regelung ist rückwirkend gültig und gilt auch für Fahrzeuge, die seit dem 01.01.2019 angeschafft wurden. Die Aufladung auf dem Betriebsgelände des Arbeitgebers bleibt ebenso garantiert bis 2030 steuerfrei.

Aber auch für Arbeitgeber als Dienstwagenkäufer lohnt sich die Anschaffung. Auf alle Elektroautos, die bis Jahresende 2020 gekauft werden, müssen Sie 10 Jahre lang keine Kfz-Steuer bezahlen. Im Vergleich zu einem Dieselmodell können Sie so über 2.000 Euro sparen. Die Gesetzesnovellierung sieht zudem eine Sonderabschreibung für elektrische Lieferfahrzeuge über 50 Prozent der Anschaffungskosten vor.

Förderung durch Versicherung: Zusätzlich profitieren mit dem Elektroauto

Viele Versicherungen bieten mittlerweile eigene Angebote für Elektrofahrzeuge. Im Vordergrund sollte dabei immer stehen, was abgesichert ist, so autobild.de. Wichtige Kriterien sind die Mitversicherung des Akkus (inkl. Bedienfehler), von Abschleppvorgängen sowie die Kostenübernahme beim unwahrscheinlichen Fall eines Brands. Dennoch sind einige Kfz-Versicherungen für Elektroautos auch günstiger. So bietet beispielsweise die Allianz einen Tarif, bei dem sie aktuell 20 Prozent Nachlass gewährt.

Ladestation fürs Elektroauto: Förderung möglich?

Auch die Errichtung von Ladeinfrastruktur wird subventioniert. Insbesondere der Aufbau öffentlicher Ladesäulen wird mit einem Investitionszuschuss von bis zu 40 % für Normalladestationen und bis zu 60 % für Schnellladestationen vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur unterstützt. Ebenso wie der jeweils notwendige Netzanschluss. Der sechste Förderaufruf endete am 22. Juli 2020, neue Informationen liegen noch nicht vor. „Das Förderprogramm selbst wurde bis 2025 verlängert. Wir rechnen also damit, dass es weitere Aufrufe geben wird“, erklärt ENSO-Expertin Lisa Troeger.

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Auf Landesebene existiert derzeit eine kombinierte Förderung. Der Fokus liegt dabei auf der Förderung von Energiespeichern für Photovoltaikanlagen. Die eigentlichen Speicher können dabei mit bis zu 40.000 Euro gefördert werden. Bei der Kombination mit einem Ladepunkt kann von einer zusätzlichen Subvention in Höhe von 400 Euro pro AC-Ladepunkt und 1.500 Euro pro DC-Ladepunkt profitiert werden. Von den bisher 1.706 bewilligten Förderungen sind 205 mit Ladepunkten verbunden. Seit Projektbeginn wurden 5,2 Mio. Euro Zuschüsse bewilligt. „Das Förderprogramm wird von gewerblichen Nutzern und Eigenheimbesitzern genutzt. Mieter können hierbei jedoch leider nicht profitieren“, urteilt die Förderexpertin Lisa Troeger von ENSO.

Speziell für Kommunen gibt es von der SAENA – der Sächsischen Energieagentur – zudem Förderungen für den Einkauf von Beratungsleistungen zu den Themengebieten Elektrofahrzeuge und Fuhrpark, Ladeinfrastruktur und Alternative Mobilitätslösungen.

Sollten Sie am Aufbau einer eigenen Ladestation interessiert sein, wenden Sie sich an Ihr regionales Energieversorgungsunternehmen, wie beispielsweise DREWAG oder ENSO. Die Kolleginnen und Kollegen beraten Sie gerne bei der Antragsstellung und informieren Sie über neue und erneuerte Förderprogramme.

Fazit: Die Möglichkeit zur Förderung eines E-Autos sind vielfältig

Bund, Länder und teilweise sogar Kommunen bieten unterschiedliche Förderangebote für die Anschaffung von Elektroautos und der damit verbundenen Infrastruktur an. Vorreiter ist hier das Bundesland Nordrhein-Westfalen, in dem die meisten und höchsten Förderungen angeboten werden. Das hat konkrete Auswirkungen: 27 Prozent aller Umweltbonus-Anträge kommen aus NRW. Sachsen hat hier noch Nachholbedarf und kommt mit drei Prozent der Anträge nur auf Platz 9 im Vergleichsranking.

Um Klarheit in das Dickicht der regionalen Förderangebote zu bekommen, gibt es seit wenigen Wochen eine Fördersuche von Mobilityhouse.com. Dafür geben Sie in die Suche einfach die Postleitzahl Ihres Unternehmenssitzes ein und erhalten sofort einen Überblick über die möglichen Förderprogramme.

Elektroauto Förderung - Screenshot von mobilityhouse.com vom 23.01.2020 - umschalten.de

Screenshot von mobilityhouse.com vom 23.01.2020

Sollten Sie als kleines oder mittelständisches Unternehmen in Sachsen Interesse an der Förderung von E-Autos und von Ladestationen haben, finden Sie in unserer Checkliste zur Elektroauto-Förderung eine praktische Hilfe zum Ausdrucken. In unserem umfangreichen Whitepaper, das Sie kostenfrei herunterladen können, finden Sie auch zahlreiche Informationen zur Ladeinfrastruktur und zu Best Practices aus Sachsen. Sie haben Fragen oder eine Themenidee? Dann schreiben Sie uns gerne eine E-Mail an frag@umschalten.de.