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Do’s und Dont’s beim E-Auto Laden

Beitragsbild Do's and Dont's beim E-Auto Laden

Egal ob zu Hause oder unterwegs: Beim Laden von E-Autos gibt es einiges, was man beachten muss. Wir bieten Ihnen Tipps und Kniffe, die Sie im Hinterkopf haben sollten, um Fehler zu vermeiden. Sowohl für zu Hause als auch unterwegs haben wir Ihnen die wichtigsten Do’s und Dont’s zusammengestellt. Ein perfekter Überblick für E-Auto-Neulinge, aber auch ein guter Test für Experten.

Inhaltsverzeichnis

E-Auto zu Hause laden – was gibt es zu beachten?

Beim Laden zu Hause ist die richtige Infrastruktur das A und O. Wichtig ist, sich über den Umfang des Projektes im Klaren zu sein. In jedem Fall sollten Sie die Beratung eines lokalen Energieversorgers in Anspruch nehmen. Diese ist oft unverbindlich und hilft Ihnen mit fundiertem Expertenwissen auf jeden Fall weiter. Neben der Beratung gibt es häufig auch einen umfassenden Installationsservice, der, sollten Sie sich dafür entscheiden, Ihnen für die eigene Wallbox die Arbeit abnehmen kann. Dabei ist vorab zu überlegen, ob Sie einen speziellen Tarif für E-Autos, bei dem die Ladeeinrichtung als steuerbarer Verbraucher beim Netzbetreiber angemeldet und der Ladestrom über einen separaten Stromzähler gemessen wird, in Anspruch nehmen möchten. Wie sinnvoll ein solcher Tarif ist, kommt hauptsächlich auf das eigene Fahrprofil an. So profitieren vor allem Vielfahrer und Personen, die das Auto auch gewerblich nutzen. Achten sollten Sie zudem darauf, ob der Autostrom-Tarif auch zugleich ein Ökostrom-Tarif ist. Häufig ist auch hier wieder die Beratung von lokalen Energieversorgern wichtig, aber egal wie Sie sich entscheiden, lohnt es, bei der Entwicklung der Tarife auf dem neusten Stand zu bleiben. So behalten Sie Preisänderungen im Blick und können im besten Fall Kosten sparen.

Vermeiden sollten Sie definitiv, Ihr Auto über eine normale Haushaltssteckdose zu laden. Zwar ist dies mithilfe eines mobilen Ladegerätes im Notfall möglich, es bringt allerdings auch einige Nachteile mit sich. Zum einen dauert der Ladevorgang durch die geringere Leistung im Vergleich zu einer stationären Ladelösung deutlich länger und zum anderen besteht die Gefahr, dass die Steckdose und zugehörige Kabelleitungen durch die Dauerbelastung überhitzen. Wenn Sie nicht bereit sind, eine eigene Ladeinfrastruktur anzuschaffen, sollten Sie sich sehr genau über die für Sie verfügbaren Lademöglichkeiten informieren. Es ist durchaus möglich, nur öffentlich und am Arbeitsplatz zu laden, wägen Sie dazu aber Ihr eigenes Nutzungsprofil ab.

+ Do’s

Beratung des Energieversorgers in Anspruch nehmen (Weiterlesen: Elektroauto: Stromanbieter unterstützen Sie bei Wallbox und Co.!) 

UND

Spezielle Tarife für E-Autos (Weiterlesen: Lohnt ein Stromtarif für’s E-Auto?)

– Dont’s

Laden über Schuko-Steckdose oder gar Verlängerungskabel von der Schuko-/Haushaltssteckdose in die Garage legen (Weiterlesen: Ladedauer von Elektroautos: Was Sie wissen müssen!)

Das E-Auto zuhause laden

Unterwegs die Ladeinfrastruktur zum eigenen Vorteil nutzen!

Auch unterwegs kommt es häufig vor, dass man auf eine fremde Lademöglichkeit angewiesen ist. Sie sollten den Überblick über die Ladeinfrastruktur in der eigenen Umgebung behalten, sich aber auch über die deutschlandweiten Entwicklungen und Trends informieren. Dazu gibt es einige hilfreiche Seiten und Karten wie zum Beispiel das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur. Auch längere Reisen mit Ladestopps sind damit mittlerweile kein Problem mehr. Trotzdem sollten Sie nicht einfach auf gut Glück hoffen, auch im Niemandsland noch eine passende Ladesäule zu finden. Es empfiehlt sich eine grundlegende Planung der Route und potenziell nützlicher Ladestopps. Glücklicherweise muss das nicht per Hand erledigt werden. Es gibt für alles eine App oder Karten wie ChargeMap, GoingElectric oder den ADAC Routenplaner, die neben der Strecke auch mögliche Ladepunkte anzeigen. Am einfachsten ist es, für die Planung das Navigationssystem des Fahrzeugs zu nutzen. Dabei wird die Ankunftszeit unter Berücksichtigung der Ladestopps entlang der Route berechnet. Als Fahrer muss man also nur noch den Zielort im Navigationssystem eingeben und schon kann es losgehen.

Ladesäulen

Der Horror für E-Auto Besitzer*innen ist es, sehr teuer an irgendeiner Ladesäule tanken zu müssen, weil keine Alternative in der Umgebung verfügbar und gerade keine passende Smartphone-App oder Ladekarte zur Hand ist. Im Dschungel aus immer mehr auf den Markt strömenden Anbietern ist es daher eine gute Idee, immer auf dem neusten Stand zu sein, was Zugangsoptionen zur Ladestation angeht. Diese unterscheiden sich zum Teil sehr stark in der Anzahl zugänglicher Ladepunkte und den Kosten, weshalb ein gründlicher Vergleich und eine Betrachtung der eigenen Fahrprofile unerlässlich sind. Anhand dessen sollten Sie dann die für Sie günstigsten Zugangsoptionen (Ladekarten, Apps etc.) auswählen, auch wenn das ggfs. heißt, mehrere Apps und Karten verwenden zu müssen.

Und sollte mal keine Karte gehen, hat der Gesetzgeber in der Ladesäulenverordnung an jeder öffentlichen Ladestation mindestens ein Zahlungssystem vorgesehen, das spontan und ohne vorherigen Vertragsabschluss in Anspruch genommen werden kann. Wenn Sie also ein Smartphone bei sich tragen, können Sie zur Not immer auch spontan laden.

+ Do’s

Übersicht über die Ladeinfrastruktur in der eigenen Umgebung behalten und bei längeren Touren Lademöglichkeiten einplanen oder das Navigationssystem im Auto nutzen, dass auch Ladestationen kennt (Weiterlesen: Das Schnellladenetz in Deutschland & Nachhaltige Dienstreisen – Mit dem E-Auto zum Kundentermin)

– Dont’s

Auf gut Glück losfahren, ohne sich über das Ladesäulennetz zu informieren

Zugangsoptionen zur Ladestation

Bei allem Enthusiasmus sollten Sie nicht vergessen, sich mit den Spezifikationen des neuen Fahrzeugs auseinanderzusetzen. Besonders die Ladefähigkeiten, Steckertypen und Kabel Ihres E-Autos sind wichtig, um unterwegs nicht negativ überrascht zu werden. Ist das eigene Auto schnelladefähig oder nicht? Beim Normalladen hat sich inzwischen der dreiphasige Typ-2 Stecker (auch Mennekes-Stecker) als Standard etabliert, während asiatische Hersteller bei älteren Fahrzeugen noch auf Typ 1 gesetzt haben. Für Typ-1-Stecker gibt es Adapter, die für Ladevorgänge mit Typ-2-Steckern genutzt werden können. Für das Schnellladen haben sich europäische und amerikanische Hersteller auf den CCS-Stecker (Combined-Charging-System) geeinigt, der eine erweiterte Version des Typ 2-Steckers mit zwei zusätzlichen Kontakten zum Schnellladen ist. Asiatische Hersteller hingegen nutzen häufig den CHAdeMO-Stecker. Etwas aus der Reihe tanzt Tesla mit seinem eigenen Tesla Supercharger-Stecker, bei dem es sich um einen modifizierten Typ-2-Stecker handelt. Immerhin ist er mit Ladestationen mit „normalem“ Typ-2-Stecker kompatibel.

Bei all der Vielfalt müssen E-Fahrzeugfahrer sich aber keine Sorgen machen: Sowohl im öffentlichen AC-Bereich als auch an der Wallbox zuhause kann in jedem Fall über einen Typ 2 Stecker (zur Not mit einem Typ 1 Adapter) geladen werden! Die Zentralverriegelung des Fahrzeuges umfasst dabei das Ladekabel mit, sodass Sie während des Ladevorganges auch keine Angst vor Kabel- oder Stromdiebstahl haben müssen.

+ Do’s

Anhand des eigenen Fahrerprofils die passenden Zugangsoptionen zu Ladestationen in Ihrer Region und darüber hinaus wählen (Weiterlesen: Ladekarten Vergleich: Die beste fürs E-Auto!)

– Dont’s

Den Überblick über Zugangsoptionen verlieren

Steckertypen/Kabel

Wir haben schon einige Möglichkeiten, Kosten zu sparen angesprochen, eine wichtige allerdings noch nicht: Frei verfügbare Lademöglichkeiten! Viele Unternehmen, beispielsweise Supermarktketten wie Lidl, Rewe oder Edeka, schwedische Möbelhäuser oder Hotels wie Westin Bellevue oder Best Western/Marriot, bieten kostenlose Lademöglichkeiten an, die Sie nutzen sollten. Nicht nur setzen die Unternehmen damit ein Zeichen für die steigende Nachfrage und motivieren so zu fortschreitendem Ausbau der Infrastruktur, Sie sparen auch noch Geld. Schnell nach der Arbeit beim Einkauf kostenlos volltanken, klingt perfekt. Im Lieblingsrestaurant gibt es jetzt neben dem Essen auch noch eine Ladung für das Auto, da lohnt sich der Besuch gleich doppelt. Es sind diese Kleinigkeiten, die auf lange Sicht einen großen Unterschied machen. Verglichen mit dem kostentechnisch ungünstigsten Fall, ohne entsprechende Zugangsoption spontan vor einer Ladesäule zu stehen und gezwungenermaßen sehr hohe Preise zu zahlen, wird die Diskrepanz zwischen dem smarten und dem blauäugigen Fahrer besonders deutlich.

+ Do’s

Sich mit den Spezifikationen und Ladefähigkeiten des eigenen Autos bekannt machen (Weiterlesen: So laden Sie Ihr Elektroauto)

– Dont’s

Angst um das Kabel oder den Ladestrom bei Abwesenheit während des Ladevorgangs (ist von der Zentralverriegelung mit umfasst und geschützt)


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Kosten sparen mit dem Elektroauto

Zum Abschluss gibt es noch zwei Kniffe, die Ihnen über die Zeit mit Ihrem Elektroauto nützlich sein werden. Neben dem festen Kabel an der eigenen Ladeinfrastruktur zu Hause ist es wichtig, immer ein Typ-2 und ein Notfallladekabel im Auto zu haben. An den öffentlichen Ladestationen findet man meistens nur Kabel für das Schnellladen. Die meisten Normalladepunkte (bis 22 kW AC) werden mit einem eigenen, selbst mitgebrachten Typ-2 Ladekabel genutzt. Das Notfallladekabel ist nur als Notlösung gedacht, um es zur nächsten richtigen Ladestation zu schaffen. Beide Kabel können Sie sich als Äquivalent zum klassischen Ersatzrad vorstellen. Zwar ist es bei vorhandener Infrastruktur auf den ersten Blick sehr attraktiv, sich auf öffentliche Schnellladestationen zu verlassen, Sie werden es sich aber danken, auch auf alle anderen Eventualitäten vorbereitet zu sein. Der richtige Umgang mit dem wertvollsten Teil Ihres E-Autos, dem Akku, wird sich langfristig auch auszahlen. Es wird empfohlen, extreme Ladestände zu vermeiden und sich, wenn möglich, zwischen 20% und 80% aufzuhalten.

+ Do’s

Überblick über kostenfreie Lademöglichkeiten in der Nähe behalten (Shoppen fühlt sich besonders gut an, wenn das Auto in der Zwischenzeit kostenlos geladen wird).

– Dont’s

Situationen vermeiden, in denen man spontan ohne Ladekarte laden muss, das kann teuer werden!

Tipps und Hacks fürs Laden

Wie Sie sehen, gibt es viele Tipps und Tricks, wie man sich das Leben mit einem E-Auto flexibel und kostengünstig gestalten kann. Als Early Adopter positionieren Sie sich richtungsweisend und zukunftsorientiert. Wenn Sie weitere Beratung wünschen, melden Sie sich gern bei uns unter frag@umschalten.de!

+ Do’s

Typ-2-Ladekabel / Notfallladekabel immer im Auto haben

– Dont’s

Extreme Ladestände nach Möglichkeit vermeiden